RTL-Show

Der Wendler verlässt das Dschungelcamp

„Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, Michael Wendler hat es wirklich gerufen. Ausgerechnet der prominenteste Insasse hat das Dschungelcamp bereits am vierten Tag freiwillig verlassen.

Modedesigner Julian FM Stöckel hatte es im Urin, um im RTL-Jargon zu bleiben. „Ich ahne, dass heute noch was passiert.“ Es ist Tag vier im Dschungelcamp, besser bekannt als die grüne Hölle. Die Hitze, der Hunger, der Mangel an Klopapier zehren an den Nerven. Man sieht Insassen am Rande der Verstopfung, wenn nicht am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Und man ertappt sich bei dem Wunsch, selber einige Kakerlaken zu schlucken, wenn RTL dafür auch nur einen einzigen Insassen dieses „Wurst-Camps für Schrott- Promis“ (Julian FM Stöckel) in die wohlverdiente Anonymität entlassen würde.

Vorbei die Zeit, da die Kandidaten apathisch in der Hängematte dämmerten und nur darauf warteten, dass sie die Zuschauer aus dieser grünen Hölle rauswählten. Dafür sorgt Nervensäge Larissa, ein psychisch auffälliges Mädchen, dem irgendwer erzählt haben muss, dass dieser Knast das Sprungbrett nach Hollywood ist, wenn sie nur dick genug aufträgt, irre lacht, laut genug schreit und auch sonst beweist, dass sie 150-prozentig WG-inkompatibel ist.

Larissa - ein Geschenk für die TV-Unterhaltung

Angeblich soll Larissa ja einen Crash-Kurs am renommierten Lee-Strasberg-Institut besucht haben, nachdem sie 2009 die erste Staffel von „Austria‘s Next Top Model“ gewann. Doch je tiefer sie sich durch den Schlamm wühlen muss, um Sterne für die Grundversorgung im Camp zu sammeln, desto mehr verdichtet sich der Verdacht, dass sich Larissa selber spielt.

Die Frau ist ein Geschenk für die TV-Unterhaltung, und eine Strafe für die Camp-Insassen. An Tag vier überraschte/erschreckte sie die anderen mit der Nachricht, dass sie eine zufällig gefundene Champagnerflasche halb selber geleert hatte, bevor sie ins Camp zurückgekehrt war.

So macht man sich keine Freunde. Doch Larissa muss vorerst nicht fürchten, dass sie Zuschauer rauswählen. Bevor nur ein einziger Kandidat auf die Gnade der Zuschauer beim Televote hoffen konnte, schuf ausgerechnet der Mann vollendete Tatsachen, dem RTL den Trip in den Dschungel mit der Rekordsumme von 125.000 Euro versüßt haben soll: Michael Wendler.

30 Bohnen am Tag seien nicht genug, verkündete der selbsternannte Schlagergott, nachdem er diesen Satz gerufen hatte, der dereinst wohl auf seinem Grabstein stehen wird, wenn schon gar keiner mehr weiß, wer der Wendler war: „Ich bin ein Star - holt mich hier raus.“

Entsetzen im Knast unter Palmen

Er müsse wieder zurück auf die Bühne, Konzerte geben. Er werde aber eine stille Gedenkminute für die anderen einlegen, während er sich im Restaurant den Wanst vollschlage. Entsetzen im Knast unter Palmen. „Ein falscher Fuffziger“, ätzte Porno-Darstellerin Müller.

„Er hat die Sendung benutzt, um seine Karriere zu befördern“, folgerte Kommissar Glatzeder messerscharf mit Blick auf die neue Platte des Sängers, die am Freitag herauskommt. Und man hoffte, dass zumindest er es noch eine Weile im Camp aushält. Wilfried Glatzeder ist der Philosoph am Lagerfeuer. Die Ernsthaftigkeit, mit dem er die Ereignisse reflektiert, das ist großes Kino.

Der Wendler, sinnierte der gefeierte DEFA-Schauspieler mit sorgenvoll zerfurchter Stirn, habe sich der Chance beraubt, im Camp zu erkennen, wer er sei. Nun, vielleicht hat er dem Zuschauer aber auch noch schlimmere Härten erspart. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Foto: (c) RTL / Stefan Menne / RTL/ Stefan Menne