Drogen-Verdacht

Harald Glööckler spricht nach Kokain-Vorwurf von „Rufmord“

Der Berliner Modedesigner wehrt sich gegen Anschuldigungen, Koks gekauft und konsumiert zu haben. Dafür trat Glööckler selbst vor die Presse. Er vermutet, „irgendjemand möchte mich fertigmachen“.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Sein Auftritt ist kurz. Keine vier Minuten. Harald Glööckler hat in sein Loft an der Friedrichstraße in Berlin-Mitte zur Pressekonferenz geladen. Anlass: Der Bericht in der „Bild“-Zeitung, der Modezar hätte mehr als zehn Gramm Koks gekauft, zum persönlichen Konsum oder für den Weiterverkauf. Die Staatsanwaltschaft ermittle seit Mai, ein Zeuge habe detailliert Auskunft gegeben, wann und wo der 48-Jährige die Droge gekauft habe.

Ein Pulk aus Pressevertretern drängt sich Montagmittag in Glööcklers Wohnzimmer. Die Kameras richten sich auf die Treppe zum zweiten Stock der Wohnung. Bevor Glööckler aber selbst kommt, steigt sein Anwalt Christian-Oliver Moser herab. Man sehe es ihm an, lässt der Anwalt wissen, er habe seinen Mallorca-Urlaub abgebrochen, um angesichts der Berichterstattung bei seinem Mandanten Harald Glööckler zu sein. Gleich komme dieser selbst, um Stellung zu den Anschuldigungen zu beziehen. Große Erwartungen sollten die Journalisten aber nicht haben. Nachfragen würde Herrn Glöckler nicht beantworten.

Bereits am Morgen hatte Glööckler über seine PR-Agentur den Kokain-Vorwurf zurückgewiesen. „Das ist glatter Rufmord! Ich hatte nie etwas mit Kokain zu tun“, wird er in der Pressemitteilung zitiert. Von wo die Vorwürfe stammen könnten, lässt Glööckler auch wissen: „Irgendjemand möchte mich fertigmachen, ein Wettbewerber oder ein Neider, der es nicht ertragen kann, wenn jemand so einen großen Erfolg hat wie ich.“

Erfolg hat Glööckler. Unter seinem Label Pompöös designt und verkauft er Tapeten, Kleidung und Pralinen, er veröffentlicht Bücher und tritt im Fernsehen auf. Sein Geschäft lebt vom Zurschaustellen seiner exzentrischen Persönlichkeit. Nach zahlreichen Schönheits-OPs sagt Glööckler von sich selbst, bis auf seinen Po sei kein Körperteil mehr unverändert.

Gemessenen Schrittes kommt Glööckler die Treppe herab. „Sommerloch, nicht wahr?“, grüßt er die Journalisten noch von den Stufen. Er meint, er müsse dafür herhalten, die an Nachrichten armen Sommermonate zu füllen. Unten angekommen, gibt er den Journalisten einen Moment für das Ausrichten der Kameras. Dann kommt der Satz: „Ich habe in meinem Leben weder Koks berührt, noch Kokain konsumiert, noch Kokain gekauft, noch Kokain verkauft.“ Die Frage „Wären Sie bereit zu einem Kokain-Test?“ lässt Glööckler innehalten. Aber sein Anwalt geht schon dazwischen. Keine weiteren Statements. Schon ist die Pressekonferenz zu Ende, und Glööckler joggt die Treppen wieder hoch.

Die Berliner Staatsanwaltschaft äußert sich nicht zu den Vorwürfen gegen Glööckler. Sprecher Martin Steltner sagt aber, dass wegen möglichen Kokain-Konsums gegen rund 60 Verdächtige ermittelt werde. „Mir ist aber nicht bekannt, dass Prominente Gegenstand von Ermittlungen sind“, so Steltner.