Auszeichnung

Manfred Krug und seine „wunderschöne Streicheleinheit“

Ehre für Manfred Krug: Der Schauspieler bekam am Montag im Roten Rathaus von Klaus Wowereit das Bundesverdienstkreuz. Krug freute sich - und machte ein erstaunliches Geständnis.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Der Schauspieler Manfred Krug ist am Montag in Berlin mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Klaus Wowereit (SPD) überreichte dem 76-Jährigen die Auszeichnung im Roten Rathaus und würdigte ihn als „gesamtdeutschen Künstler“, der „nicht immer geradeaus ging“. Oft sei er angeeckt, weil er, wie viele andere Bürger der DDR, „als überzeugter Mensch Solidarität zeigte“. Krug hatte sich gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR eingesetzt und war 1976 mit einem Berufsverbot belegt worden. Wer sich damals für Vernunft und Menschenrechte einsetzte, sei verfemt worden, so Wowereit.

Krug will Verdienstkreuz seinen Enkeln zeigen

Manfred Krug dankte dem Regierenden Bürgermeister herzlich für die „wunderschöne Streicheleinheit“. Er sei sehr glücklich über das Bundesverdienstkreuz – das könne er noch seinen Enkeln zeigen. Krug spielte unter anderem von 1977 bis 1992 den Lkw-Fahrer Franz Meersdonk in der Fernsehserie „Auf Achse“ und ermittelte 17 Jahre lang an der Seite von Charles Brauer als NDR-„Tatort“-Kommissar Paul Stoever. Auch als „Liebling Kreuzberg“ war er einem Millionenpublikum bekannt.

Zuletzt war es still geworden um den in Ost wie West erfolgreichen Schauspieler. Krug hatte sich anders als viele Kollegen mit dem Rentenalter aus dem Geschäft zurückgezogen.

Er kann anscheinend gut ohne seinen Beruf leben. Es reize ihn „überhaupt nicht“, einmal wieder vor der Kamera zu stehen, sagte Krug am Rande der Verleihung. „Ich habe gedacht, es wird furchtbar. Aber das ist bei mir nicht eingetreten.“

Krug hält nichts mehr vom Fernsehprogramm

Früher sei er „nachts auf und ab getrampelt“, um irgendeinen Text zu lernen. Es sei wunderschön so wie es sei, so Krug. „Ich habe nichts zu jammern.“ Vom heutigen Fernsehprogramm hält der einstige NDR-„Tatort“-Kommissar nicht viel. Das sei „dünn, fadenscheiniger, wässeriger“ als früher.

Wowereit sagte, eigentlich sei die Ordens-Verleihung rund um Krugs 75. Geburtstag geplant gewesen, was gesundheitlich nicht gegangen sei. Wowereit würdigte den Schauspieler, Autor und Musiker als Multitalent und auch für sein „Schicksal, den Mund nicht halten zu können“.