Facebook & Twitter

Wenn das Internet für Promis zum Pranger wird

Anna Loos, Anne Hathaway oder Jennifer Rostock: Immer wieder werden Prominente Opfer von Beschimpfungen im Netz.

Anfeindungen, Beleidigungen und einschüchternde Drohungen: In Zeiten von Facebook und Twitter bieten soziale Netzwerke Prominenten nicht nur weitere Kanäle zur Selbstvermarktung.

Mehr Öffentlichkeit heißt im Gegenzug auch mehr Angriffsfläche für all diejenigen, die ihrem Ärger über eine Äußerung, das Verhalten oder die Lebensumstände der Prominenten Luft machen wollen – manchmal jedoch über die Maße einer gerechtfertigten Kritik hinaus.

So hatte zuletzt auch die beliebte Schauspielerin Anna Loos mit heftigen Beleidigungen zu kämpfen. Sie wurde auf ihrer Seite als „Schlampe aus dem Osten“ betitelt. Seit einiger Zeit ist Loos nicht nur als Schauspielerin, sondern auch mit der Band „Silly“ gut im Geschäft. Vielleicht holt die selbstbewusste Schauspielerin gerade deshalb zum Gegenschlag aus und bittet ihre Fans darum, dabei zu helfen, die anonymen Nutzer ausfindig zu machen.

Auch am Montag positionierte sie sich noch einmal. „An alle Mitmenschen, die hier auf meiner Seite ihre Langeweile bekämpfen und ihren Frust ablassen wollen: Ich werde Euch löschen und ignorieren.“ Stattdessen riet die Schauspielerin, sich sinnvoll zu engagieren und gegen die Verbreitung von Aids zu kämpfen.

Einige Prominente gehen jedoch zu weit, um ihre Privatsphäre zu schützen. Die Hochspringerin Ariane Friedrich hatte den Namen und die Adresse eines Mannes auf Facebook veröffentlicht, der sie belästigt hatte.

Die Engagierte: Jennifer Weist

Welche Kontroverse ein Facebook-Post auslösen kann, musste im Januar die Band Jennifer Rostock am eigenen Leib erfahren. Die Berliner hatten verkündet, auf ihren Konzerten keine Shirts der Bands Böhse Onkelz und Freiwild mehr sehen zu wollen. „Grauzone ist ganz nah an Braunzone. Nazis raus“, hieß es dort.

Bis heute wurde der Post mehr als 6000 Mal kommentiert. Fans der beiden Gruppen, die immer wieder mit der rechten Szene in Verbindung gebracht werden, wollten den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen.

Die Uneinsichtige: Giulia Siegel

Für ihren Twitter-Kommentar nach Jenny Elvers-Elbertzhagens Alkohol-Geständnis erntete Giulia Siegel im Februar zahlreiche Negativ-Reaktionen. „Ich möchte beichten“, hatte sie nach einem feucht-fröhlichen Mädelsabend geschrieben. Später löschte sie ihren Post und klagte, ihr Humor sei nicht verstanden worden.

Der Nervige: Boris Becker

Immer wieder fällt Boris Becker mit seinen Twitter- und Facebook-Nachrichten auf. Er verteilt Ratschläge und breitet sein Privatleben öffentlich aus. Angefeindet wurde die Tennis-Legende wegen eines via Twitter formulierten Lobs an die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Lust am Kommentieren ist ihm nicht vergangen.

Die Unschuldige: Anne Hathaway

Warum Hollywood-Star Anne Hathaway von der Netzgemeinde angefeindet wird, weiß keiner so genau: Seit ihrem Oscar-Auftritt twittern und mailen Amerikaner Gründe, warum die 30-Jährige verachtungswürdig sei: wegen ihrer Zähne, ihrer Coolness, ihrer Figur. Bislang hat sich die Schauspielerin nicht gewehrt.