Nach seiner tätlichen Auseinandersetzung mit Dominic Heinzl hat der Berliner Rapper Sido dem österreichischem TV-Journalisten Schauspielerei vorgeworfen. Der „Bild“-Zeitung sagte Sido: „Als ich ihn getroffen habe, stand er noch. Als ich aus dem Studio ging, fiel er plötzlich hin. Was für ein Schauspieler!“
Ein Video von dem Zwischenfall auf der Bühne der österreichischen ORF-Castingshow „Die große Chance“ zeigt tatsächlich, dass Heinzl erst mit einiger Verzögerung zu Boden geht. Klar zu sehen ist aber auch, dass Sido ihn trifft. Zu dem Angriff sagte Sido dem Blatt: „Er wollte mich wieder provozieren. Wir haben gestritten. Ich habe ihn dann über meine Sicherheitsleute hinweg eine gegeben. Mit der Hand, nicht mit der Faust.“
Vor dem Schlag sagte Sido laut „Bild“-Zeitung zu Heinzl: „Du kriegst eines auf die Fresse von mir, dass sich dein Gesicht dreimal im Kreis dreht.“ Es folgen Beleidigungen über die Mutter Heinzls.
Via Facebook hatte sich Sido, der mit bürgerlichen Namen Paul Würdig heißt, von seinem Verhalten distanziert. „Ich bin zu weit gegangen und hätte das Problem mit Herrn Heinzl anders lösen müssen“, erklärte er in einem am Sonntagabend auf seiner offiziellen Facebook-Seite eingestellten Beitrag. Weiter schreibt er: „Ich weiß, dass der Rahmen absolut falsch war - besonders, weil Kinder anwesend waren! - und, dass man mit Fäusten keine Probleme lösen kann, sondern vielmehr welche schafft. Ich möchte niemandem das Bild vermitteln, dass diese Aktion richtig war. Es ist nix wofür jemand gelobt werden darf!“
Wiener Polizei ermittelt wegen Körperverletzung
Der Österreichische Rundfunk (ORF) hatte den Rapper bereits am Wochenende als Juror der Show gefeuert. Die gewalttätige Auseinandersetzung von Rapper Sido mit einem Journalisten wird auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die Wiener Polizei wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung Ermittlungen einleiten, wie Polizeisprecher Roman Hahslinger am Montag sagte. Der betroffene Journalist brachte bis Montagvormittag keine Klage ein.
Sido soll hinter der Bühne gekifft haben
Außerdem kam ein weiteres mögliches Vergehen des 31-jährigen Berliners ans Licht: Sido, der als Juror in der österreichischen Casting-Show „Die große Chance“ saß, soll hinter der Bühne gekifft haben. Das berichteten mehrere Tageszeitungen. Die Polizei werde auch diesem Hinweis nachgehen, sagte Hahslinger.
Sido versetzte Freitagabend einem Journalisten einen Faustschlag und beschimpfte ihn wüst. Der Rapper wurde daraufhin vom TV-Sender gekündigt und zeigte sich in einem ersten Statement kleinlaut.
BMO/dapd/dpa



