Elefantenjagd

WWF setzt Juan Carlos als Spaniens Ehrenpräsident ab

Ramponiertes Image: Wegen seiner Leidenschaft, Elefanten zu jagen, wurde der spanische König seines WWF-Amtes enthoben.

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Der World Wide Fund for Nature (WWF) in Spanien hat König Juan Carlos seines Amtes als Ehrenpräsident enthoben. Als Grund wurde die jüngste Elefantenjagd des Monarchen in Botswana genannt, die mit den Zielen der Umweltorganisationen unvereinbar sei. Juan Carlos war seit 1968 Ehrenpräsident des spanischen WWF.

Zwar sei eine solche Jagd legal, doch habe die Organisation viele Unmutsäußerungen von Mitgliedern und der Öffentlichkeit allgemein erhalten, erklärte der WWF. Mitglieder hätten auf einer Sitzung am Samstag in Madrid dafür gestimmt, „den Ehrenpräsidenten loszuwerden“. Die Nachricht über den kostspieligen Jagdausflug nach Afrika im April hatte viele Spanier angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage ihres Landes verärgert. Die Reise war ans Licht gekommen, weil sich der König dort die Hüfte gebrochen hatte. In einer beispiellosen Geste bezeichnete er seine Teilnahme an der Jagd wenige Tage später als Fehler.

Symbolische Geste

Erst vor wenigen Tagen war Juan Carlos bemüht, sein ramponiertes Image aufzupolieren. Er und Kronprinz Felipe kündigten an, ihr Bruttojahresgehalt um 7,1 Prozent zu kürzen. Vielleicht eine eher symbolische Geste, denn nach den freiwilligen Kürzungen der royalen Bezüge verdienen der König und sein Sohn im Jahr brutto etwa 272.000 Euro beziehungsweise 136.000 Euro. Das Gehalt des Königs verringert sich somit um 20.910 Euro im Jahr. Kronprinz Felipe kassiert 10.445 Euro weniger.

Auch die weiteren Angehörigen des spanischen Königshauses sollen sparen: Juan Carlos beschloss, die Ausgaben für protokollarische Aktivitäten der übrigen Mitglieder ebenfalls zu reduzieren. Zudem wird für viele Angestellte das Weihnachtsgeld gestrichen.