"Let's Dance"-Finale

Magdalena Brzeska tanzt sich als Piratenbraut zum Sieg

Für den "Freestyle"-Tanz im Stil des Films „Der Fluch der Karibik“ gab es stehende Ovationen für Magdalena Brzeska und den Sieg.

Vor wenigen Wochen war Magdalena Brzeska schon aus der RTL-Show „Let's Dance“ ausgeschieden. Die Jury hatte ihr zu wenige Punkte gegeben, das TV-Publikum zu wenig für sie angerufen. Doch dann kam die Wende: Weil Sängerin Gitte Haenning (65) wegen des Todes ihrer Schwester den RTL-Wettbewerb verließ, rückte die 34-jährige Brzeska wieder nach und erkämpfte sich jetzt im Finale den Titel „Dancing Star 2012“. Von der Jury hatten beide Finalteilnehmerinnen jeweils 109 Punkte bekommen, aber für die Mehrheit der vier Wertungsrichter war Brzeska Favoritin.

Im Finale musste sie als „Jury-Tanz“ wieder einen Cha Cha Cha abliefern und erntete Kritik der männlichen Profis in der Jury. Roman Frieling kritisierte die „Holzhüfte“ und eine Fußstellung wie bei der „Ostfriesen-Minensuche“. Joachim Llambi fügte etwas milder hinzu: „Die Füße waren manchmal ein bisschen fluffig in der Luft.“ Den anschließenden Tango fand Llambi dagegen „wirklich hervorragend getanzt“. Und Profitänzerin Motsi Mabuse lobte: „Ganz große Klasse!“

Für den „Freestyle“-Tanz im Stil des Films „Der Fluch der Karibik“ gab stehende Ovationen des Studiopublikums und höchstes Lob. Llambi ahnte schon, dass dieser sie „ganz nah an den Pokal gebracht hat“. Und Jurorin Maite Kelly, die „Let's-dance“-Siegerin 2011, urteilte: „Das macht eine Siegerin aus.“ Auch Roman Frieling schwärmte: „Gänsehaut.“

„Er hat ja gesagt“

Auch Rebecca Mir gab alles: Die Tochter eines Afghanen und einer Deutschen schwebte mit Profitänzer Massimo Sinató mit Rumba-Schritten übers Parkett. Dann begeisterte sie das Publikum mit ihrer mitreißenden Salsa und noch mehr mit ihrem „Freestyle“-Tanz unter dem Motto „Sexy Oriental“; vor allem der Auftakt als vielarmige indische Gottheit beeindruckte auch die Jury.

Am Ende aber musste sie sich wie im vergangenen Jahr bei Heidi Klums Casting Show „Germany's Next Top Model“ mit dem zweiten Platz zufriedengeben. Die 20-Jährige kündigte an, sie werde auf jeden Fall mit dem Tanzen weitermachen – mit Massimo Sinató. „Er hat ja gesagt“, schwärmte sie. Moderator Daniel Hartwich fand die Beine des 1,78 Meter großen Models bemerkenswert. „Eine befreundete Zeitung hat mal nachgemessen“, sagte er. „1,11 Meter sind die Beine von Rebecca lang. So groß sind Sie insgesamt, Herr Llambi.“

Am Schluss bilanzierte Llambi, der früher professioneller Turniertänzer war, dass „Magda“ eine Nasenspitze weit vorn sei. Motsi Mabuse sagte: „Ich hätte gerne, dass Magdalena diesen Pokal nimmt.“ Maite Kelly meinte diplomatisch, Rebecca verdiene ihn auch, und Roman Frieling sagte: „Rebecca ist für mich die Favoritin.“

Auch privat näher gekommen

Die fünfte Staffel war am 14. März mit zwölf Tanzpaaren jeweils aus einem Prominenten und einem professionellen Turniertänzer gestartet. Die Ex-Turnerin Brzeska setzte sich damit gegen die 20-jährige Rebecca Mir durch. Beide Teilnehmerinnen hatten rund 14 Wochen Training, 16 einstudierte Tänze und zehn Liveshows auf dem Buckel. 5,20 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 19,4 Prozent) wohnten der Abschlussshow bei – weniger als im vergangenen Jahr, als Maite Kelly sich vor 6,35 Millionen Zuschauern (22,3 Prozent) durchsetzte.

Trotz des Zuschauerrückgangs sieht es für die Zukunft der Sendung gut aus. Aus RTL-Kreisen verlautete am Donnerstag, dass es im Jahr 2013 aller Voraussicht nach zu einer Fortsetzung komme. Das wäre dann die sechste Staffel. Ob es personelle Veränderungen in der Jury oder Moderation geben wird, ist völlig offen.

In der Finalshow, moderiert von Sylvie van der Vaart (34) und Daniel Hartwich (33), mussten die Konkurrentinnen, Ex-Turnerin Brzeska und Ex-ProSieben-„Topmodel“ Mir, drei Nummern aufs Parkett legen: ihren Lieblingstanz aus allen Shows, den Lieblingstanz der Jury und einen Tanz aus der Kategorie „Freestyle“.

Beide Tänzerinnen hatten immer einen festen Partner zur Seite: Mir den Tanzlehrer Massimo Sinató (31) – beide sollen sich auch privat näher gekommen sein und kündigten in der Finalshow auch kämpferisch an, die Liebe werde über die Technik siegen – was dann aber doch nicht passierte. Brzeska trat immer mit Erich Klann (24) auf, ohne dass die Boulevardpresse ihnen eine Affäre unterstellt hätte.

Als „Dancing Stars“ gewannen den Wettbewerb seit 2006 bisher schon Wayne Carpendale, Susan Sideropoulos, Sophia Thomalla und 2011 Maite Kelly, die dafür dieses Jahr einen Platz neben Chefjuror Joachim Llambi sowie seinen Kollegen Motsi Mabuse und Roman Frieling erhielt.