Er kennt es nicht anders: Sein ganzes Leben lang wird Justin Timberlake (30) schon angehimmelt: als Kleinmädchenschwarm im US-Fernsehen, als Teenie-Fantasie in der Boygroup *NSYNC und Freund der damals noch jungfräulichen Britney Spears, als Schauspieler und Popstar, Multimillionär, Ex-Freund von Cameron Diaz und Jessica Biel und neuerdings als Retter von MySpace.
Klar. Nach mehr als einem halben Leben im Rampenlicht ist es nicht verwunderlich, dass er den Rummel um seine Person nicht mehr genießt. So hatten die Berliner bei Justin Timberlakes letzten Besuchen in der Hauptstadt wenig von ihrem Idol: Sein Auftritt bei der Bread & Butter 2009, als er sein Modelabel „William Rast“ vorstellte? Mürrisch, abgeschirmt. Seine Stippvisite zum Start des Facebook-Films „The Social Network“ 2010? Kurzangebunden, professionell, cool.
Und sein aktueller Besuch in Berlin? Justin Timberlake bleibt seinem zurückgezogenen Kurs treu. Mit gesenktem Blick und, trotz Nieselregens, mit Sonnenbrille getarnt, lässt er sich am Donnerstag nach seiner Ankunft im Privatjet in Schönefeld ins Hotel Adlon bringen und verbringt den Nachmittag auf seiner Suite. Artig absolviert er Foto-Shootings und Interviews am Freitag und beantwortet Fragen zu seinem neuer Komödie „Freunde mit gewissen Vorzügen“ (Kinostart: 8. September 2011).
Damit die Gesprächsebene mit den Journalisten nicht zu persönlich wird, gibt er die Interviews nur mit seiner Co-Darstellerin Mila Kunis, die in den USA ebenfalls als Kinderstar bekannt geworden ist. Zwei Medienprofis spielen zwei beziehungsgeschädigte Großstadt-Singles, die Freunde werden und sich wegen Mangels romantischer Alternativen darauf einigen, unverbindlichen Sex miteinander zu haben. Geht so was auch im richtigen Leben gut? „Auf lange Sicht kann das nicht funktionieren“, sagt Timberlake. Aus so einer Situation werde man „entweder befördert oder gefeuert“, glaubt Mila Kunis. Klingt ein bisschen nach einer modernen Version von „Harry und Sally“. Und das will der Streifen auch sein. Beide Hauptdarsteller haben kräftig am Drehbuch mitgearbeitet: Alles, was bei Meg Ryan und Billy Cristal nur angedeutet wurde, gibt es jetzt auf der Leinwand zu sehen – wegen der vielen Bettszenen in den USA nur für Jugendliche über 17 Jahren oder in Begleitung ihrer Eltern. „Ich habe mich nie in einer romantischen Komödie gesehen“, sagt Timberlake, der als Musiker gern die Kontrolle behält, es als Schauspieler aber auch mal genießt, das Ruder dem Regisseur zu überlassen. „Ich hatte Zweifel, den Film zu drehen. Aber nicht wegen der Liebesszenen“, sagt er. Er wollte keine stereotype Komödie abliefern. Also musste erst mit allen Klischees aufgeräumt werden, damit am Ende doch die romantische Liebe siegen kann.




