Maschmeyer vs. ARD

"Meiner Familie wurde monatelang aufgelauert"

Im Streit über den Film "Der Drückerkönig und die Politik" hat AWD-Gründer Carsten Maschmeyer neue Vorwürfe gegen die ARD erhoben.

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Der "Panorama"-Beitrag in der ARD über seine Geschäftspraktiken lässt Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer keine Ruhe. "Meiner Familie, meinen Freunden und mir wurde monatelang aufgelauert und nachgestellt. Auf meine Privatsphäre wurde keine Rücksicht genommen", sagte der 51-Jährige, der mit der Schauspielerin Veronica Ferres liiert ist, im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". "Es gibt in der Tat Anhaltspunkte dafür, dass in dem journalistischen Übereifer Strafgesetze verletzt wurden." Er lasse das jetzt juristisch prüfen.

Maschmeyer hatte 1988 den Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD) gegründet und betreibt jetzt mit dem früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup die Beratungsfirma Maschmeyer Rürup AG.

In dem Interview verteidigt Maschmeyer die Vermittlung von riskanten geschlossenen Fonds, mit denen AWD-Kunden viel Geld verloren. "Natürlich haben wir diese Produkte nur Anlegern vermittelt, die danach gefragt und in einem Protokoll bestätigt haben, dass sie über Risiken aufgeklärt wurden." Gegen AWD gebe es nicht mehr Klagen als gegen andere Finanzdienstleister. "Natürlich waren auch wir nicht fehlerfrei, aber wir sind nicht schlechter als andere gewesen", so der Multimillionär.

Seine Wahlkampfhilfe 1998 für Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sei eine "spontane Aktion" gewesen. Damals schaltete Maschmeyer vor der Landtagswahl in Niedersachsen für 650.000 Mark in allen niedersächsischen Tageszeitungen eine Pro-Schröder-Anzeige. "Ich wollte nicht, dass Oskar Lafontaine Kanzler wird. Also musste Schröder die Landtagswahl gewinnen." Dass Schröder später bei AWD auftrat, habe nichts mit der Freundschaft zum Altkanzler zu tun gehabt. Das sei "eine Motivation" für die Mitarbeiter gewesen, "deswegen machen Politiker gern derartige Veranstaltungen".

Auch von einer "Hannover-Connection" will Maschmeyer nichts wissen. "Es ist ein Zufall, dass viele Hannoveraner in letzter Zeit sehr erfolgreich waren, nicht nur Lena und Hannover 96. Dass man sich in dieser überschaubaren Stadt gesellschaftlich häufiger begegnet, ist fast nicht zu vermeiden. Da gibt es keine Geheimlogen." Von dem engen Beieinander profitiere "niemand. Man redet über persönliche Dinge, und zwar auf Augenhöhe. Ich will kein Autogramm von Klaus Meine, dem Sänger der Scorpions, und er will keines von Veronica Ferres".