Der US-Regisseur Morgan Spurlock wagte Anfang der Nullerjahre ein Experiment, von dem ihm jeder Arzt dringend abraten würde. 30 Tage lang ernährte er sich ausschließlich von McDonald‘s, und vor allem: den „Super Size Meals“, also den extragroßen Protionen. Kameras hielten fest, was das Experiment mit ihm und seinem Körper machte. Die Doku „Super Size Me“ wurde zu einem internationalen Kinoerfolg.
Spurlock starb an den Folgen einer Krebserkrankung
Nun ist Spurlock im Alter von nur 53 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Bruder Craig Spurlock der Nachrichtenagentur AP. Als Todesursache wurden Komplikationen in Folge einer Krebserkrankung genannt. Spurlock sei bereits am Donnerstag „friedlich im Kreis von Familie und Freunden“ gestorben, teilte seine Familie mit. „Die Welt hat ein echtes kreatives Genie und einen besonderen Mann verloren“, wurde Spurlocks Bruder Craig zitiert. Nähere Details wurden nicht bekannt.
Der 1970 im US-Bundesstaat West Virginia geborene Spurlock studierte nach der Schule Film in New York, schrieb Theaterstücke und Serien. Den Durchbruch schaffte er 2004 mit seinem Dokumentarfilm über den Fast-Food-Giganten McDonald‘s.
„Super Size Me“: Spurlock nahm 12 Kilo in 30 Tagen zu
Mit dem filmischen Selbstexperiment wollte Spurlock auf das in den USA weit verbreitete Übergewicht hinweisen. Am Ende nahm er 12 Kilogramm in 30 Tagen zu, außerdem machten ihm Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Brust- und Kopfschmerzen zu schaffen. Ärzte diagnostizierten bei Murlock steigende Cholesterin- und verschlechterte Leberwerte und rieten ihm sogar zum Abbruch des Versuchs.
An den Erfolg von „Super Size Me“ konnte Spurlock mit zahlreichen weiteren Filmen seitdem nicht mehr anschließen. 2017 zog sich der Regisseur, der dreimal verheiratet war und zwei Kinder hatte, aus seiner Produktionsfirma zurück, nachdem er angesichts der #MeToo-Berichte eigenes Fehlverhalten zugegeben hatte. „Ich bin Teil des Problems“, hatte Spurlock damals in einer Mitteilung geschrieben. „Wir sollten alle den Mut finden, unsere Fehler zuzugeben.“
bün/mit dpa


