- Im Fall der mutmaßlichen Entführung von Kindern der Steakhouse-Erbin Christina Block ist es zu Durchsuchungen gekommen
- Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger
- Gerhard Delling, Sportmoderator und Lebensgefährte von Christina Block, wurde das Handy abgenommen
Die Hamburger Polizei hat am Freitag das Privathaus, das Hotel und die Steakhaus-Firmenzentrale der Familie Block durchsucht. „Ich kann bestätigen, dass aufgrund der Ereignisse in der Silvesternacht gegen mehrere Personen, unter anderen Christina Block, wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger und sonstiger Straftaten ermittelt wird“, sagte Oberstaatsanwältin Mia Sperling-Karstens dem „Hamburger Abendblatt“.
Sie bestätigte auch, dass mehrere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden seien. Um wen es sich bei den anderen Personen handelt, gegen die nun wegen des Verdachts auf Kindesentzug ermittelt wird, sagte die Oberstaatsanwältin auf Nachfrage nicht. Auch zu anderen durchsuchten Objekten machte sie keine Angaben.
Polizisten in Zivil waren am Freitagmorgen vor der Villa von Christina Block vorgefahren. Etwa zehn Beamte seien im Einsatz gewesen, berichtet die Zeitung weiter. Zeitgleich gab es auch im Hotel der Familie Block, im Grand Elysée an der Rothenbaumchaussee, eine Durchsuchung, wie eine Sprecherin bestätigte. Laut Abendblatt-Informationen klingelten Beamte zudem an der Tür von Gerhard Delling. Der Fernsehmoderator ist der Lebensgefährte von Christina Block.

Christina Block schweigt zu Durchsuchungen – Gerhard Delling bestätigt Polizeieinsatz
In aller Frühe fuhren die ersten Beamten vor der Villa vor. Es sollen diverse Gegenstände, wie etwa Computer, Papiere, Drucker und Speichermedien, beschlagnahmt worden sein. Gegen 9.30 Uhr kamen die Beamten mit mehreren Kartons aus dem Haus und luden sie in ihre Fahrzeuge.
Nach „Abendblatt“-Recherchen wurde neben Villa und Hotel auch die Firmenzentrale der Block-Gruppe im Lademannbogen in Langenhorn durchsucht. „Wir kooperieren mit den Ermittlern in vollem Umfang und stellen die erbetenen Unterlagen zur Verfügung“, erklärte eine Sprecherin der Block-Gruppe auf Anfrage. Von Christina Block selbst gab es zunächst kein Statement.
Wie der Lebensgefährte von Christina Block, Gerhard Delling, dem „Abendblatt“ am Samstag sagte, kam es am Freitagmorgen gegen 6 Uhr zu dem Polizeieinsatz an seiner Privatwohnung. „Es stimmt, die Polizei war bei mir und hat mir mein Handy abgenommen“, so Delling. Der Besuch der Beamten habe nur etwa zehn Minuten gedauert, befragt wurde der bekannte Sportmoderator nach seinen Worten nicht.
Nach Abendblatt-Informationen ist Delling ein Zeuge in dem Drama um die Kinder. Er lebt zusammen mit Christina Block in deren Villa, hat aber auch noch eine eigene Wohnung, in der er auch arbeitet.
Block-Drama: Klara und Theodor gewaltsam in Auto gezerrt
Die beiden Kinder von Christina Block, Klara (13) und Theodor (10), waren am Silvesterabend in Dänemark von acht Männern gewaltsam in ein Auto gezerrt worden, als sie in dem Ort Grasten zusammen mit ihrem Vater Stephan Hensel das Feuerwerk anschauen wollten. Hensel soll geschlagen worden sein und er soll Verletzungen am Kopf erlitten haben. Die dänische Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung ein.
Am Dienstagabend zeigte sich Christina Block erstmals nach dem Drama in der Öffentlichkeit. Bei einem Empfang im Hotel Elysée sagte sie unter anderem: „Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, mich nicht zu verstecken, mich nicht wegzuducken.“ Und mit Blick auf ihre Kinder: „Wo Unrecht geschieht, müssen wir dafür eintreten, dass es revidiert wird. Und wo Unrecht erkannt und bereits beurteilt wurde, muss dies strikt und schnell umgesetzt werden. Und die Opfer müssen geschützt werden.“
Anwalt: Kindern geht es „relativ gut“
Um Klara und Theodor tobt zwischen Christina Block und ihrem Ex-Mann Hensel schon seit Jahren ein erbitterter Sorgerechtsstreit. Dieser wird unter anderem dadurch erschwert, dass der Vater nach Dänemark gezogen ist und dort eine teils andere Rechtsprechung als in Deutschland gilt.
Auf Abendblatt-Anfrage, wie es den Kindern nach den Vorfällen geht, erklärte Hensels Anwalt Gerd Uecker, Fachanwalt für Familienrecht aus Hamburg, am Freitag: „Für diese Verhältnisse relativ gut.“ Es sei wichtig, dass das traumatische Geschehen in der Silvesternacht nun mit einem Kinderpsychologen in Dänemark aufgearbeitet werde.
„Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit“ bestätigt
Immerhin hätten die Kinder mitansehen müssen, wie acht Männer auf ihren Vater losgegangen seien, wie er geschlagen und gefesselt wurde. Sie selbst wurden verschleppt, hätten um Hilfe gerufen. So hätte ihm Vater Stephan Hensel die Szene glaubhaft geschildert, der um sein und das Leben der Kinder gefürchtet habe.
Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und den aktuellen Durchsuchungen teilte der Hamburger Rechtsanwalt Michael Philippi als Sprecher von Stephan Hensel auf Abendblatt-Anfrage am Freitagmittag für seinen Mandanten mit: „Unser Mandant sieht sein Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit und die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden bestätigt. Weitergehende Stellungnahmen würde er nur nach Vorliegen verbindlicher konkreter Ermittlungsergebnisse abgeben.“
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