2023 war ein ereignisreiches Jahr für Franziska Weisz. Sie war in Großprojekten wie „Der Schwarm“ zu sehen, verkündete ihren Ausstieg aus dem „Tatort“ und spielt nun in der Serie „Wer wir sind“ (ab 15. November um 20:15 Uhr im Ersten) eine Kommissarin, die es mit jugendlichen Umweltaktivisten zu tun bekommt. Wie sich im Interview herausstellt, fühlt sich die 43-jährige Schauspielerin diesen Gruppierungen sehr verbunden. Auch sonst nimmt sie sich ihre jungen Kollegen zum Vorbild, selbst wenn sie frierend und hungernd beim Dreh steht.

Wie aktivistisch waren Sie selbst in Ihren jungen Jahren gestimmt?

Franziska Weisz: Ich habe mit 13 das erste Mal eine Dokumentation über Tiertransporte gesehen und habe gesagt, ich esse nie wieder Fleisch. Damit habe ich meine Familie im Wienerwald sehr schockiert. Und ich habe mich in den 90ern, wo so eine Haltung nicht so weit verbreitet war, zu einer gewissen Außenseiterin gemacht. Als ich dann mit 17 das Buch „Die Globalisierungsfalle“ über die Macht der Weltkonzerne gelesen habe, war das für mich ein Augenöffner und ich habe Politikwissenschaften studiert. Damals bin ich in Protestdemonstrationen gegen die rechte FPÖ auf die Straße gegangen.

Inwieweit sind Sie diesem Protestgeist von damals treu geblieben?