- Gegen Rammstein-Frontmann Till Lindemann werden schwere Vorwürfe erhoben
- Es geht um Machtmissbrauch und übergriffiges Verhalten
- Lindemanns Anwälte kämpfen mit harten Bandagen – und fahren dabei eine klare Strategie
Berlin. Der Fall Rammstein beschäftigt die Medien, seit sich zahlreiche Frauen mit Vorwürfen von Machtmissbrauch und übergriffigem Verhalten gegen Mitglieder der Band an die Öffentlichkeit gewandt haben. Lindemann und Co. wehren sich mit Hilfe ihrer Anwälte gegen die Berichterstattung – teils mit Erfolg. Mit welchen harten Bandagen Rammstein kämpft, welche Rolle die Aussagen Betroffener spielen und wie es im Fall Lindemann weitergehen könnte, erklärt Medienanwalt Severin Riemenschneider im Interview.
Zahlreiche Redaktionen, die über Rammstein berichten, bekommen Post von Anwälten. Fällt Ihnen ein vergleichbarer Fall ein?
Severin Riemenschneider: Dass Kanzleien ihre Klienten medienrechtlich vertreten und sich Teile der Berichterstattung in entsprechenden Verfahren als unzulässig erweisen, passiert fast jeden Tag. Aber es gibt wenige Fälle, auf denen ein vergleichbares Augenmerk liegt. Man denkt an die Kachelmann-Verfahren, wo auch Straftatvorwürfe im Raum standen und sehr viele Prozesse rund um die Berichterstattung geführt wurden. Das Novum bei Rammstein ist, dass Influencer sich positionieren und damit Millionen Menschen erreichen.



