"ZDF Magazin Royale"

Jan Böhmermann: Umstrittene Sendung hat juristische Folgen

So tickt Jan Böhmermann

So tickt Jan Böhmermann

Jan Böhmermann ist ein bekannter Satiriker in Deutschland. Seinen Durchbruch hat er vor allem Harald Schmidt zu verdanken. Wie es dazu kam und wofür er noch bekannt ist, sehen Sie im Video.

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"Welt"-Herausgeber Aust erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen das "ZDF Magazin Royale". Ausgangspunkt war eine umstrittene Sendung.

Berlin. Der Journalist und "Welt"-Herausgeber Stefan Aust geht juristisch gegen Jan Böhmermanns "ZDF Magazin Royale" vor. Wie der Satiriker am Donnerstag auf Twitter bekannt gab, erwirkte Aust vor dem Oberlandesgericht Hamburg eine einstweile Verfügung.

Ausgangspunkt des Streits war ein Fake-Fahndungsplakat, auf dem unter anderem mehrere FDP-Politiker und "Welt"-Journalisten abgebildet waren. Diese wurden auf dem Plakat als "Lindner/Lehfeldt-Bande" und "Linksradikale Gewalttäter" bezeichnet. Optisch sollte das Plakat an die Fahndungsaufrufe der Terrorgruppe RAF aus den siebziger Jahren erinnern. Böhmermann veröffentlichte das Plakat erstmals vor Ausstrahlung einer Sendung im November auf Twitter.

ZDF nimmt Sendung aus dem Netz

Neben Lindner und Lehfeldt war auf dem Plakat auch ein vermeintliches Foto von Stefan Aust zu sehen. Tatsächlich abgebildet auf dem Plakat ist allerdings ein Foto des Schauspielers Volker Bruch. Untertitelt war es mit "Aust, Stefan Reinhard, 1.7.46 Stade". Der Witz: Bruch hatte im Film "Der Baader Meinhof Komplex" Stefan Aust gespielt. Aust selbst gilt als RAF-Kenner. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Sachbuch von Aust, das bereits 1985 erschien.

Wie der Spiegel berichtet, sei das Landgericht zu der Auffassung gekommen, dass die Zuschauer nicht erkennen konnten, dass die abgebildete Person Bruch und nicht Aust sei. Damit liege eine Persönlichkeitsverletzung vor. Das heißt, das Bruch-Foto darf nicht mehr mit der fraglichen Bildunterschrift gezeigt werden. Die Sendung wurde inzwischen aus der Mediathek gelöscht. Auch bei Youtube ist sie nicht mehr abrufbar.

Ob sich Stefan Aust damit einen Gefallen getan hat, bleibt fraglich. Bereits am Donnerstagnachmittag verbreitete sich das Plakat erneut auf Twitter. (lro)