Heizalternativen

Teelicht-Ofen: Kann man damit wirklich die Wohnung heizen?

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So sparen Sie Heizkosten // IMTEST

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Die Energiekosten steigen, aber mit einigen einfachen Tricks kann man Ausgaben für Benzin, Strom und Wasser senken.

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Im Netz sind sie zur Zeit überall: Teelicht-Öfen. Die Heizalternative kann schnell selbst gebaut werden. Doch taugt sie überhaupt was?

Berlin. Im Netz kursiert eine neue Heizalternative: der Teelicht-Ofen. Auf der Social-Media-Plattform TikTok gibt es bereits Dutzende Bauanleitungen. Die kleinen Öfen sollen diesen Winter helfen, günstiger durch die teure Heizperiode zu kommen.

Dabei sollen sie Heizung und Heizlüfter ersetzen und einiges an Geld sparen. Viele TikTok-Userinnen und User schwärmen von ungewöhnlichen Heizung. Auch in anderen sozialen Medien sind die Nutzenden begeistert. Doch bringen Teelicht-Öfen wirklich was?

Teelicht-Ofen: Wie funktionieren sie?

Zum ein Teelichtofen besteht eigentlich aus drei einfachen Materialien aus dem Baumarkt: Zwei Tontöpfe, Schrauben und Winkel. Es gibt auch selbstgebaute Varianten mit einer Auflaufschüssel aus Glas. Dabei liegen die Materialkosten bei etwa 20 Euro. Im Internet gibt es bereits fertige Öfen für um die 50 Euro zu kaufen.

So sorgen die Öfen für Wärme: Die Teelichter stehen unter den zwei Töpfen und geben warme Luft ab. Die Luft steigt nach oben, zirkuliert zwischen den beiden aufeinanderliegenden Töpfen und heizt sie auf. Der Ton gibt dann eine gleichmäßige Wärme ab. Lesen Sie auch: Heizung optimieren - Mit einem Trick Geld und Energie sparen

Teelicht-Ofen: Wie ist die Heizleistung?

Betrieben werden die kleinen Öfen von vier bis fünf Teelichtern. Ein einzelnes Teelicht hat eine Heizleistung von etwa 40 Watt. Insgesamt haben die fünf Teelichter also eine Leistung von circa 200 Watt.

Ein handelsüblicher Heizkörper kommt dagegen mit rund 2000 Watt Leistung daher, was der Leistung von zehn Teelicht-Öfen entspricht. Die auf- und herzustellen ist nicht nur zeitintensiv und platzfressend, sondern auch umweltschädlich. Die kleinen Kerzen sind zwar nicht die größten Klimasünder, dennoch verbrauchen sie durch ihre Schälchen viel Aluminium oder Plastik.

Mit einem Teelicht-Ofen ein Zimmer oder gar die Wohnung heizen zu wollen, ist also aussichtslos. An seiner Wärme kann man sich an kalten Tagen dennoch erfreuen.

Teelicht-Ofen: Wie gefährlich sind sie?

Im Zusammenhang mit den Öfen wird allerdings immer wieder vor Brandgefahr gewarnt. Vor allem für Kinder und Haustiere sind die offenen Flammen nicht ungefährlich. Wenn die Teelichter zu nah aneinander stehen, kann zu einem gefährlichen Wachsbrand kommen.

Die Brände können nicht mit Wasser gelöscht werden, sondern müssen erstickt oder mit zum Beispiel mit einem Feuerlöscher gelöscht werden. Feuerwehren warnen vor den Behelfsheizungen. Diese seien "megagefährlich", sagte etwa ein Brandmeister dem Nachrichtenportal "Schwäbische".

Die Tontöpfe können außerdem sehr heiß werden. Laut Ramona Mittag von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen können sie bis zu 50 Grad heiß werden. Bei versehentlichen Berührungen kann es also auch zu ernsthaften Verletzungen kommen.

„Zudem, wenn ich viele Kerzen aufstelle, sollte ich öfter lüften. Und wenn ich dann beim Lüften mir die kalte Luft wieder reinhole, hab ich den Heizeffekt auch direkt schon wieder verloren“, erklärt die Expertin in einem Interview mit „SWR3“. (ari)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.