Es ist nicht der erste und wird nicht der letzte Betrugsfall dieser Art sein. Doch die Straftat eines jungen Mannes in Baden-Württemberg fällt aufgrund des schieren Ausmaßes aus der Reihe: Der Täter hat rund 5,7 Millionen Euro vom Staat kassiert – für ein nie betriebenes Corona-Testzentrum in Freiburg. Das Amtsgericht sprach den 20-Jährigen nun schuldig.

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Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat in Baden-Württemberg bisher in 14 Fällen Strafanzeigen gestellt. Doch die Summe, die der junge Straftäter unterschlug, sei für derartige Fälle ziemlich hoch, so ein KV-Sprecher. Die KV hatte laut Staatsanwaltschaft zuerst den Angaben des Mannes vertraut und die fast sechs Millionen Euro im vergangenen Jahr für den Zeitraum März bis Juni 2021 überwiesen.
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Abrechnungsbetrug mit Corona-Tests – Bank wurde wegen hoher Summe aufmerksam
Laut der Strafverfolgung wurde eine Bank wegen der hohen Geldsumme stutzig. Sie buchte das Geld zurück, da sie Geldwäsche vermutete. Vor Gericht forderte die Staatsanwaltschaft einen kurzen Arrest von zwei Wochen und eine Geldstrafe von 800 Euro. Die Verteidigung plädierte für eine „angemessenere Strafe“.
Das Amtsgericht sprach den 20-Jährigen am Montag wegen Betrugs schuldig, das Gericht will aber erst nach der Bewährungszeit von einem Jahr entscheiden, ob es eine Jugendstrafe verhängen werde, erklärte ein Sprecher. Der Täter muss vorerst 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung spenden und aus erzieherischen Gründen die Kosten des Verfahrens tragen.
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In Baden-Württemberg wird noch in vielen weiteren Verdachtsfällen im Zusammenhang mit Abrechnungsbetrug bei Corona-Tests ermittelt, bundesweit sind es weitaus mehr. Schlagzeilen machte zuletzt der Prozess eines Falls in Bochum. Hier wurden Betreiber von mehr als 70 Teststellen in ganz Deutschland angeklagt. Sie sollen den Staat um rund 25 Millionen Euro betrogen haben – durch die Abrechnung von rund einer Million Bürgertests, die nie durchgeführt wurden. (fmg)
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