Corona-Mutationen

Omikron-Varianten BA.4 und BA.5: Was man wissen muss

| Lesedauer: 3 Minuten
Tobias Eßer und Laura Helbig
RKI empfiehlt Verkürzung der Corona-Isolation auf fünf Tage

RKI empfiehlt Verkürzung der Corona-Isolation auf fünf Tage

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Verkürzung der vorgeschriebenen Isolation bei einer Corona-Erkrankung auf fünf Tage empfohlen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich bereits vergangene Woche auf eine Neuregelung der Isolationsanordnung verständigt, wollten aber die RKI-Empfehlung abwarten.

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Zwei neue Omikron-Varianten, die sich auch in Europa ausbreiten, machen Experten Sorgen: BA.4 und BA.5. Was man jetzt wissen muss.

Berlin. 
  • Die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 breiten sich aus – auch in Deutschland
  • Doch wie ansteckend und gefährlich sind die Varianten?
  • Alle wichtigen Infos zu BA.4 und BA.5 im Überblick

Omikron und kein Ende? Zwei neue Subvarianten der Omikron-Mutation geben Experten Anlass zur Sorge. Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt davor, dass die Varianten BA.4 und BA.5 zu einem Wiederanstieg der Corona-Fallzahlen führen könnten. In Deutschland steigt der Anteil der beiden Subvarianten immer weiter.

Was über die Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 bereits bekannt ist, lesen Sie hier im Überblick.

BA.4 und BA.5: Wo wurden die Omikron-Subvarianten nachgewiesen?

Zuerst wurden die neuen Subvarianten in Südafrika nachgewiesen. Inzwischen hat das ECDC die beiden Subvarianten als "variants of concern" ("besorgniserregende Virusvarianten") eingestuft. Beide Mutationen sind sehr ansteckend und breiten sich daher sehr schnell aus.

BA.4 und BA.5 wurden bereits in diversen Ländern nachgewiesen, etwa in den USA, Australien, Neuseeland, Schweden, Großbritannien, Frankreich, Portugal, Italien – und auch Deutschland.

Omikron-Varianten: Wie viele BA.4- und BA.5-Fälle gibt es in Deutschland?

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht (Stand: 16.6.2022) bekannt gab, ist in Deutschlanddie Omikron-Variante die dominierende Corona-Mutation. Im Zeitraum vom 9. bis 15. Mai lag der Anteil von BA.2 bei 71,7 Prozent, BA.4 bei 4,2 Prozent und BA.5 bei 23,7Prozent.

In der Tabelle des RKI lässt sich ablesen, wie stark beide Subvarianten zugenommen haben. So lag BA.5 in der Woche vom 24. bis 30. Mai noch bei 11,5 Prozent, in der Woche vom 17. Mai bis 23. Mai bei 5,1 Prozent.

Wie gefährlich sind BA.4 und BA.5?

Auch wenn eine weitere Verbreitung von BA.4 und BA.5 auch in Deutschland möglich ist, gibt es laut Experten keinen Hinweis darauf, dass die Subvarianten gefährlicher sind als andere Omikron-Varianten. Trotzdem rät das ECDC europäischen Ländern zur Vorsicht. Denn: Beide Varianten sind sehr ansteckend. Das bedeutet auch, dass mit steigenden Fallzahlen die Krankenhauseinweisungen wieder zunehmen könnten.

Auch das RKI prognostiziert in seinem aktuellen Wochenbericht (Stand: 16.6.2022), dass die Subvarianten zu einem erneuten Anstieg der Hospitalisierungen im stationären und intensivmedizinischen Bereich führen werden. Allerdings geben die Daten keinen Hinweis darauf, dass BA.4 und BA.5 zu schwereren Krankheitsverläufen oder vermehrten Todesfällen führen könnten.

BA.4 und BA.5: Wie soll man mit den neuen Varianten umgehen?

Für die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 gibt es keinen spezifischen Fahrplan. Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, erklärte in Bezug auf BA.5: „Viele, auch Geimpfte, werden erkranken. Gut zu wissen: wer geimpft ist, erkrankt deutlich milder. Sein Risiko zu sterben ist 99 Prozent geringer als bei Ungeimpften.“ Die Corona-Impfung bleibt also weiterhin ein wichtiges Instrument im Kampf gegen das Virus.

Montgomery sagte weiter: „Im Infektionsschutzgesetz muss der Werkzeugkasten definiert und erhalten bleiben: von Maskenpflicht bis Lockdown – bundeseinheitlich und klar geregelt“, forderte Montgomery. „Je klüger wir uns jetzt verhalten, umso weniger drastische Maßnahmen brauchen wir in Herbst und Winter. Freiwillig Maske tragen, wo auch immer viele Menschen zusammenkommen. Impfen, jetzt erst recht. Und nicht Freiheit gegen Sicherheit ausspielen.“

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will für den Fall einer neuen Corona-Welle im Herbst die Möglichkeit schaffen, wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen vorzuschreiben. Auch die Gesundheitsminister der Länder hatten vom Bund eine Anpassung des Infektionsschutzgesetzes mit Blick auf den Herbst gefordert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.