Gewalt

So häufig werden Polizisten zu Gewaltopfern in Deutschland

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Polizisten bei Verkehrskontrolle erschossen - zwei Tatverdächtige festgenommen

Polizisten bei Verkehrskontrolle erschossen

In der Nacht auf Montag wurden zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in Rheinland-Pfalz tödlich verletzt. Zwei Tatverdächtige konnte die Polizei fassen.

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Polizisten werden häufig Opfer von versuchtem Mord und Totschlag. Besonders besorgniserregend: Die Zahlen sind zuletzt stark gestiegen.

Berlin. 
  • Der Mord an zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in Rheinland-Pfalz sorgte am Montag für Bestürzung
  • Wie oft werden Polizisten in Deutschland getötet? Eine Statistik zeigt einen deutlichen Anstieg
  • Überdurchschnittlich kommt es zu Gewalttaten in den Großstädten

Der Doppelmord von Polizisten in der Westpfalz ist ein extremer Einzelfall. 2020 hatte die Polizei bundesweit ein einziges Todesopfer in ihren Reihen zu beklagen.

Doch die Statistik täuscht. Eine andere Zahl gibt viel mehr die Alltagsrealität der Polizisten wieder. Wie aus dem Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht, wurden im selben Jahr bei versuchten 63 Mord- und Totschlagdelikten 114 Polizisten als Opfer gezählt. Wiewohl es sich bis auf einen Mordfall "nur" um Versuche handelte, ist der Trend besorgniserregend.

Gewalt gegen Polizei: Fast 39.000 Fälle im Jahr 2020

Immer häufiger werden Polizisten angegriffen. Seit Jahren nimmt die Gewalt gegen sie zu – gerade bei versuchtem Mord (21 Fälle, 2019: 12) und bei Totschlag (42 Mal, 2019: 32).

Insgesamt weist die Statistik 38.960 Fälle von Gewalt gegen Polizisten auf, ein leichter Anstieg um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei seien 84.831 Polizistinnen und Polizisten Opfer solcher Taten geworden.

Gewalt: Eher in der Großstadt als in der Provinz

Überdurchschnittlich kommt es zu Gewalttaten in den Großstädten mit über 500.000 Einwohnern wie etwa in Berlin. In der Provinz hingegen ist ein Polizistenmord wie in der Westpfalz extrem selten, obwohl auch dort die Brutalität zunimmt.

Die Tatverdächtigen waren überwiegend männlich (84,5 Prozent), mehrheitlich Deutsche (69,8 Prozent) und in drei Viertel der Fälle polizeibekannt sowie zumeist zur Tatzeit alkoholisiert. Häufig handelten sie im Affekt.

Steigende Fallzahlen: Kein Zusammenhang mit Corona

Die typischen Schauplätze für Gewalt sind Demonstrationen oder Fußballspiele. In den Corona-Jahren 2020 und 2021 taugen Krawalle bei Fußballspielen aber nicht als Erklärung, weil diese vielfach ohne Zuschauer stattfanden. Ob der Anstieg der schweren Gewalttaten etwas mit der Corona-Krise zu tun hat, lässt sich nicht belegen. (san)

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Dieser Artikel ist zuerst bei morgenpost.de erschienen.