Mysterium

MH370: Neue Thesen zum Verschwinden des Flugzeuges

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Jonas Erlenkämper
Mysteriöser Flug MH370: Ein Forscher will ihm endlich auf die Spur kommen

Mysteriöser Flug MH370- Ein Forscher will ihm endlich auf die Spur kommen

Der verschollene Flug mit der Nummer MH370 bleibt ein Mysterium. Ein Forscher will nun einen Standort gefunden haben, an den bisher niemand gedacht hat.

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Flug MH370 ist seit acht Jahren verschwunden – und mit ihm die 239 Insassen. Ein neues Buch stellt dazu eine ungeheuerliche These auf.

Berlin. 
  • Vor fast acht Jahren verschwand Flug MH370 nachts plötzlich vom Radar
  • Seitdem gilt das Flugzeug als verschwunden – sein Verbleib ist eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte
  • Nun liefert ein Buch neue Theorien

Es geschieht mitten in der Nacht. 8. März 2014, 0.40 Uhr, der Flughafen von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur: Der erfahrene Kapitän Zaharie Ahmad Shah (damals 53) lässt die Boeing 777 abheben, an Bord des Malaysia-Airlines-Fluges 370 sind neben seinem jungen Co-Piloten und zehn Flugbegleiterinnen 227 Passagiere auf dem Weg nach Peking.

Nach 39 Minuten verabschiedet sich Shah mit ruhiger Stimme und dem üblichen Funkspruch von der Flugsicherungszen­trale: „Gute Nacht, Malaysia Drei-Sieben-Null.“ Sekunden später bricht jede Verbindung ab, die Maschine kommt vom Kurs ab und verschwindet vom Radar.

Bis auf einige Wrackteile, die später an verschiedenen Küsten angespült wurden, gibt es bis heute keine Spur vom Flugzeug. Es ist eines der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Nun macht eine renommierte Journalistin den Angehörigen Hoffnung, dass das Schicksal der für tot erklärten 239 Menschen doch noch aufgeklärt werden kann.

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MH370: Abschlussbericht schließt nichts aus

In ihrem nun auf Deutsch erscheinenden Buch „Verschwunden“ (Ullstein) vertritt die Französin Florence de Changy die Theorie, dass die Maschine abgeschossen wurde.

De Changy arbeitet als Asien-Korrespondentin für die Tageszeitung „Le Monde“, seit drei Jahrzehnten lebt sie in Hongkong. Sie hat mit Hinterbliebenen und Fachleuten gesprochen, vertrauliche Dokumente eingesehen und ist Trümmern und Gerüchten hinterhergereist. Denkbare Erklärungen reichen von einem Absturz wegen Treibstoffmangel über einen Suizid des Piloten bis hin zu Verschwörungserzählungen: Waren es Außerirdische?

Die Wracksuche ist seit 2018 offiziell beendet. Ein 450 Seiten starker Abschlussbericht der malaysischen Regierung erbrachte keine Lösung des Rätsels. Nichts könne ausgeschlossen werden, auch nicht die „Möglichkeit einer Intervention einer dritten Partei“.

Spionagetechnik an Bord von MH370?

An dieser Stelle setzt de Changy an. „Nehmen wir einmal an, auf Basis von fundiertem Hörensagen, dass sich in der Fracht von MH370 ein Spionagegerät, vermutlich amerikanischen Ursprungs und von hohem technologischen Wert, befand. Ein Gerät, das die Chinesen dringend in ihren Besitz bringen wollten“, schreibt sie.

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Als die USA dann den Diebstahl ihrer wertvollen Fracht bemerkten und herausfanden, dass diese sich bereits – geschützt durch ein ziviles Passagierflugzeug – auf dem Weg nach Peking befand, sahen sie rot.“ Das US-Militär habe die Boeing abgeschossen, schlussfolgert sie aufgrund ihrer jahrelangen Recherchen und glaubt, dass die Maschine nördlich von Vietnam nahe der chinesischen Grenze ins Meer stürzte.

„Der Abschuss könnte ein grober Fehler gewesen sein, es ist aber auch denkbar, dass es sich um den letzten verzweifelten Versuch handelte, zu verhindern, dass das Flugzeug und seine besondere Fracht den Chinesen in die Hände fielen.“

Autorin zweifelt durch Satelliten berechnete MH370-Route an

Offiziellen Angaben zufolge hatte MH370 die Flugrichtung geändert. Daten eines Satelliten zeigen angeblich, dass das Flugzeug nach Süden Richtung Australien schwenkte und dort über dem Indischen Ozean abstürzte.

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Die in den Jahren 2015 und 2016 an Stränden von La Réunion, Madagaskar und der Ostküste Afrikas angeschwemmten Trümmer sprechen laut Experten tatsächlich für einen Crash im Indischen Ozean. Doch de Changy schreibt, dass die unter starkem Medieninteresse gestartete und später ergebnislos eingestellte Suche westlich von Australien ein groß angelegtes Ablenkungsmanöver gewesen sei, ein „Verschwindetrick“. Hinweise, die ihre Theorie stützten, seien von Behörden vertuscht worden.

Beweise legt sie jedoch nicht vor, sondern analysiert Untersuchungsergebnisse und Augenzeugenberichte. Was wirklich geschah, wird wohl nur aufgeklärt, sollte eines Tages das Wrack gefunden werden.