Kommentar

Corona-Infektionszahlen im Chaos: Das muss sich jetzt ändern

Flora Hallmann
Italien und Kanada werden Corona-Hochrisikogebiete

Italien und Kanada werden Corona-Hochrisikogebiete

Zum 1. Januar stuft die Bundesregierung in der Corona-Pandemie auch Italien, Kanada, Malta und San Marino als Hochrisikogebiete ein. Neue Virusvariantengebiete werden nicht ausgewiesen.

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Die offiziellen Corona-Zahlen liegen seit Tagen deutlich unter dem eigentlichen Wert. Das muss sich ändern, meint unsere Autorin.

Deutschland geht mit Fragen über Fragen in das dritte Corona-Jahr. Schulen offen lassen oder schließen? Impfpflicht Ja oder Nein? Sollten wir die Quarantäne verkürzen? Wie mit den Protesten umgehen? Doch eine Frage ist besonders dringlich – und nach zwei Jahren Pandemie besonders absurd. Wie hoch sind eigentlich gerade die Infektionszahlen?

Seit Pandemiebeginn sehen wir jede Woche das gleiche Muster in den Zahlen: hohe Werte unter der Woche, niedrige am Wochenende, immer mit dem Hinweis, es werde eben weniger getestet, die Nachverfolgung sei am Wochenende eben unzuverlässig.

Gesundheitsämter müssen digitaler werden

Über die Weihnachtsfeiertage sind viele Gesundheitsämter nun gar nicht aktiv oder nur mit Minimalbesetzung. Wir befinden uns im Grunde in einem zweiwöchigen Wochenende. Und das mitten in der womöglich heftigsten Welle dieser Pandemie. Oder sind wir noch am Anfang? Oder wird uns Omikron vielleicht doch nicht so hart treffen? Wir wissen es nicht genau, denn wir haben viel zu wenig Zahlen.

Das muss sich im kommenden Jahr ändern. Nur mit einer soliden Datenbasis können wir die Lage richtig einschätzen und sinnvoll reagieren. Dass in den ersten Monaten der Pandemie noch viel schief lief, war verständlich. Nach zwei Jahren ist es das nicht mehr. Wir brauchen weniger Faxgeräte in den Gesundheitsämtern, und dafür mehr Personal und Digitalisierung.