Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bemüht sich um den raschen Ankauf von Millionen von Impfstoffdosen, um das aktuell hohe Tempo der deutschen Impfkampagne gegen das Coronavirus aufrecht erhalten zu können. Lauterbach begründete dies am Donnerstag mit der ansteckenderen Omikron-Variante, deren explosionsartige Ausbreitung absehbar auch hierzulande erwartet wird.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Durch eine „sehr offensive, schnelle Boosterstrategie“ solle die Omikron-Variante so klein wie möglich gehalten werden, „um eine Entlastung des Gesundheitssystems und möglicherweise der Gesellschaft in Gänze zu verhindern“, sagte der Minister.
- Aktuelle Lage: Corona-Varianten und Symptome im Überblick
- Corona-Variante: Auffälliges Symptom bei XEC – „Scheint die Menschen umzuhauen“
- Herbstwelle kommt: Alarmierende Studie zu neuer Corona-Variante
- Corona-Aufarbeitung: RKI-Files geleakt: Alter Spahn-Satz gerät wieder in den Fokus
- Medikament: Corona: Warum Ihr Arzt Ihnen kein Paxlovid verschreibt
Lauterbach: Impfstoff für Booster-Kampagne nicht aussreichend
Die bisher vereinbarten Impfstoff-Lieferungen reichen Lauterbach zufolge jedoch nicht aus, um den Bedarf der kommenden Wochen zu decken. Für das erste Quartal des kommenden Jahres sei mit 50 Millionen Dosen zu rechnen. Der Bedarf liege aber bei 70 Millionen Dosen, davon 50 Millionen für Auffrischungsimpfungen.
Zudem treffen die Impfdosen nicht schnell genug ein, fügte Lauterbach hinzu. Mit den derzeit vereinbarten Lieferungen wäre die Booster-Kampagne erst Ende März abgeschlossen. „Damit können wir nicht arbeiten.“ Bisherigen Erkenntnissen zufolge besteht nach zwei Impfungen nur ein geringer Schutz gegen Omikron.
- Was muss ich wissen? Alle Fragen und Antworten zur Omikron-Variante
- Erste Symptome: Inkubationszeit und Symptome des Omikron-Subtyps BA.5
- Infektion: Das sind mögliche Symptome der Corona-Variante Omikron
Impfstoff: Moderna soll Lieferung vorziehen
Mit dem Impfstoffhersteller Moderna vereinbarte die Bundesregierung daher, dass Deutschland 35 Millionen Dosen früher als bisher vereinbart geliefert bekommt. Die dafür nötige Zustimmung der EU-Kommission habe die Bundesregierung am Donnerstag erhalten, berichtete Lauterbach.
- Alle Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie auch in unserem Newsletter. Jetzt anmelden!
Er verhandele derzeit außerdem mit Rumänien, Bulgarien, Polen und Portugal über den Ankauf zusätzlicher Impfdosen. Es dürfe nicht sein, dass die „besonders erfolgreiche Booster-Kampagne“ in Deutschland durch fehlenden Impfstoff ausgebremst werde. Lauterbach kündigte den Kauf von 80 Millionen Dosen des Impfstoffes von Biontech an, der „zum größten Teil“ schon an die Omikron-Variante angepasst sei. Er hoffe, dass davon bereits ein Teil im ersten Quartal geliefert werde.
- Zweiter Booster: So gut schützt die vierte Corona-Impfung mit Biontech und Moderna
- Auffrischung: Was für einen zweiten Corona-Booster spricht – und was dagegen
RKI-Präsident Wieler: "Es liegen schwere Wochen vor uns"
Der Präsident des Robert Koch-Insituts, Lothar Wieler, warnte: „Es liegen noch schwere Wochen vor uns.“ Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Omikron-Variante dominierend sei. „Wir rechnen damit, dass sich die Situation dadurch für alle noch einmal sehr deutlich verschärft.
Das gilt auch für die Geimpften.“ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank erneut leicht und lag am Donnerstag bei 340. Die Gesundheitsämter meldeten 56.677 Neuinfektionen.
- Medizinprodukte: Corona-Test abgelaufen – Kann man ihn noch benutzen?
- Richtiges Verhalten: Corona-positiv ohne Symptome – Kann ich arbeiten gehen?
- Infektion: Corona-Test ist positiv? Das müssen Sie jetzt tun




