Pandemie

Booster-Impfung: Ab wann gibt es die volle Wirkung?

| Lesedauer: 5 Minuten
Stiko empfiehlt Booster-Impfung auch für Jugendliche ab zwölf Jahren

Stiko empfiehlt Booster-Impfung auch für Jugendliche ab zwölf Jahren

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die Ständige Impfkommission Booster-Impfungen auch für Minderjährige zwischen zwölf und 17 Jahren empfohlen.

Beschreibung anzeigen

Eine Booster-Impfung erhöht den Schutz vor dem Coronavirus. Aber sie wirkt nicht sofort. Wir erklären, ab wann Sie geschützt sind.

Berlin. 
  • Im Kampf gegen Omikron gelten Booster als wichtigstes Werkzeug
  • Wann die Booster-Impfung gültig ist, definieren Bundesländer allerdings unterschiedlich
  • Doch ab wann schützt die Auffrischungs-Impfung tatsächlich?

Die Omikron-Variante greift um sich und beschert Deutschland eine fünfte Corona-Welle. Die Infektionszahlen steigen bundes- und weltweit auf ein Rekordniveau.

Deshalb bekommen schnelle Booster-Impfungen eine immer größere Bedeutung. Vor allem Menschen, deren Corona-Impfung länger als sechs Monate zurückliegt, erkrankten zuletzt häufiger an Covid-19. Entsprechend dringend ist eine Auffrischungsimpfung geworden. Nur: Wie schnell wirkt eigentlich die dritte Impfung mit Biontech oder Moderna? Wann ist der Impfschutz wieder vollständig und gültig?

Das Paul-Ehrlich-Institut, das die Sicherheit der Impfstoffe in Deutschland überwacht, teilt auf seiner Seite mit, dass eine Auffrischimpfung einen verbesserten Schutz gegenüber Omikron zeigt. Eine Analyse der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA pflichtet der Datenlage bei. Auffrischimpfungen böten auch bei Omikron einen hohen Schutz vor schweren Verläufen.

Biontech oder Moderna: Wann wirkt der Booster?

Der Schutz setzt jedoch nicht unmittelbar nach der dritten Spritze ein. Wie das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Seite berichtet, tritt die erhöhte Schutzwirkung wohl erst ab sieben Tagen nach der Booster-Impfung ein.

Eine bereits Ende Oktober 2021 im Fachblatt The Lancet veröffentlichte Studie beobachtete, wie der Impfschutz nach der dritten Dosis in diesem Zeitraum deutlich erhöht wird. Verglichen wurden zwei Bevölkerungsgruppen: Die eine Gruppe, hatte eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die erste Impfserie der anderen Gruppe war mindestens fünf Monate her. Auch interessant: Booster unter 18 – Das sind die Regeln für Kinder und Jugendliche

Eine Studie aus Israel ergab wiederum, dass sich die Infektionen in der Gruppe mit Auffrischungsimpfung ab zwölf Tagen nach der Verabreichung um den Faktor 11,3 gegenüber der Gruppe ohne Auffrischungsimpfung verringert hatten. Die Rate der schweren Erkrankungen war um den Faktor 19,5 niedriger als bei der Gruppe ohne Auffrischungsimpfung.

Folglich ist davon auszugehen, dass der Impfschutz der Booster-Impfung nach etwa sieben bis zwölf Tagen einsetzt, so das Bundesgesundheitsministerium. Bei den bisherigen Impfungen galt noch, dass der vollständige Impfschutz 14 Tage nach der zweiten oder bei Johnson & Johnson der ersten Impfung besteht. Mehr zum Thema: Corona-Impfung – Booster schon vor Ablauf der sechs Monate?

Booster-Impfung: Wie schnell wirkt die Auffrischung?

Ähnliches zeigte sich auch bei schweren Verläufen von Covid-19 und Todesfällen im Zusammenhang mit der Krankheit. Jeweils rund sieben Tage nach der dritten Impfung waren Unterschiede zu beobachten. Vereinfacht gesagt starben dreifach Geimpfte weniger oft oder wurden weniger oft schwer krank als Menschen mit einer normalen Impfserie; die Abweichungen in den jeweiligen Kurven zeigten sich nach sieben Tagen. Weiterlesen: Corona – Können junge Menschen die Booster-Impfung bekommen?

Die Forscher machten in ihrer Arbeit dennoch klar: "Der beste Zeitpunkt, um mit einer dritten Impfung größtmöglichen Schutz gegen Corona zu erzielen, ist unbekannt." Es sei etwa möglich, dass sich der Impfschutz nach der dritten Impfung mit dem Biontech-Vakzin bereits früher aufbaue. Ein Anstieg in der Antikörperproduktion sei bereits nach drei bis fünf Tagen feststellbar.

Rechtliche Frage: Ab wann ist die Booster-Impfung gültig?

Wer bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten hat, profitiert von einigen Ausnahmen bei der Corona-Verordnung. So ist etwa bei der 2G-plus-Regel kein Test mehr nötig. Doch wer als geboostert gilt, ist nicht immer ganz eindeutig. Das Impfzertifikat kann man in der Regel – wie bei den ersten beiden Impfungen – direkt nach dem Boostern per QR-Code in der Corona-Warn-App oder den CovPass einspeichern. Rechtlich gesehen gilt die dritte Impfung dann aber noch nicht.

Wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nach einer Konferenz mit seinen Länder-Kollegen bekannt gab, soll der Wegfall von Corona-Tests für Geboosterte erst 15 Tage nach der Impfung gelten. Damit erhält die Booster-Impfung erst nach mehr als zwei Wochen rechtliche Relevanz.

Doch nicht alle Bundesländer setzen das so um – in einigen entfällt die Testpflicht im Rahmen der 2G-plus-Regel bereits unmittelbar nach dem Boostern. Das gilt in folgenden Bundesländern:

So heißt es auf dem offiziellen Hauptstadtportal seit Neuestem: "Als geboostert gelten derzeit Personen, die vollständig geimpft sind und bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Es gibt keine Wartezeit nach der Impfung, der Status gilt sofort nach der Verabreichung der Impfdosis."

Auch in Brandenburg gilt der Booster-Status mittlerweile sofort nach der Verabreichung der dritten Dosis: "Als geboostert gilt laut der Brandenburger Landesregierung jeder, der seine dritte Impfung erhalten hat. Der Piks muss dafür nicht 14 Tage her sein", so Gabriel Hesse, Sprecher des Gesundheitsministeriums gegenüber dem rbb.

Lesen Sie auch: Experten fordern wegen Omikron Notfallpläne – "30 bis 40 Millionen Infizierte"

(fmg mit dpa)