Corona-Pandemie

Gesundheitsminister-Gipfel: Was Bund und Länder jetzt wollen

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Bettina Funk
Jens Spahn, geschäftsführender Bundesgesundheitsminister. Angesichts stark steigender Corona-Zahlen fordert der CDU-Politiker die Länder auf, ihre Impfzentren wieder hochzufahren.

Jens Spahn, geschäftsführender Bundesgesundheitsminister. Angesichts stark steigender Corona-Zahlen fordert der CDU-Politiker die Länder auf, ihre Impfzentren wieder hochzufahren.

Foto: dpa

Die Corona-Zahlen steigen auf einen Höchststand. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern ringen jetzt um einen gemeinsamen Kurs.

Berlin. Die Gesundheitsämter haben dem dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages insgesamt 33.949 Corona-Neuinfektionen – so viele wie noch nie zuvor. Der bisherige Höchststand lag bei 33.777 Fällen am 18. Dezember 2020. Es gibt Mutmaßungen, wonach der neue Höchststand auch mit Nachmeldungen nach den Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen zusammenhängen könnte. So oder so weist der Trend der vergangenen Tage stetig nach oben.

Auch die Hospitalisierungsrate, also der Anteil der in Kliniken aufgenommenen Covid-19-Patienten steigt. Dabei bemerkenswert: Fast die Hälfte der Über-60-Jährigen, die wegen Corona ins Krankenhaus kommen, sind vollständig geimpft. Denn der Impfschutz lässt gerade bei Älteren bereits wieder nach. Ein Punkt, worüber die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) ab dem heutigen Donnerstag beraten wird.

Doch bereits bei dem Punkt, wer für eine Booster-Impfung infrage kommt, soll Uneinigkeit zwischen Bund und Ländern herrschen:

Spahn will Impfzentren – Bundesländer eher nicht

Für schnellere Booster-Impfungen will Spahn auch die zentralen, großen Impfzentren reaktivieren. Auch hier könnte bei der GMK Streit drohen. Denn viele Bundesländer sehen nicht den Sinn der zentralen, großen Impfzentren. Sie setzen auf dezentrale Angebote durch mobile Impfteams, die in Alten- und Pflegeheime fahren, oder durch temporäre oder kleinere Impfangebote.

Unterstützung bekommt Jens Spahn dagegen von der Bundesärztekammer und auch vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, der ebenfalls die Impfzentren hochfahren will.

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Testpflicht in Altenheimen soll kommen

Zudem soll es bei dem Treffen in Lindau um eine Testpflicht in Altenheimen gehen. Bewohnern und Mitarbeiter sollen unabhängig vom Impf-Status zweimal wöchentlich getestet werden müssen. Auch Besucher müssen unabhängig vom Impf-Status einen Schnelltest vorweisen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Die Länder sollen aber auch die 2G-Regel in Altenheimen einführen dürfen.