Gesundheit

Verhütung: Weniger junge Frauen nehmen die Antibabypille

| Lesedauer: 2 Minuten
Die Einnahme der Antibabypille ist rückläufig, berichtet die Techniker Krankenkasse nach Auswertung ihrer Daten.

Die Einnahme der Antibabypille ist rückläufig, berichtet die Techniker Krankenkasse nach Auswertung ihrer Daten.

Foto: Andrea Warnecke / dpa

Weniger junge Frauen nehmen die Antibabypille, wie die Techniker Krankenkasse berichtet. Über die Gründe kann man nur spekulieren.

Hamburg.  Der Anteil junger Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, geht immer weiter zurück. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK), die unserer Redaktion vorliegt. Demnach bekam 2020 ein Drittel (33 Prozent) der weiblichen 14- bis 19-Jährigen die Antibabypille verordnet. Vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei 44 Prozent.

Besonders stark ist der Rückgang den Angaben zufolge bei den 18- und 19-Jährigen – also in den Altersgruppen, die am häufigsten die Pille einnehmen: Bekamen 2015 noch 67 Prozent der 18-jährigen TK-versicherten Frauen mindestens eine Pillenverordnung, waren es 2020 nur noch 50 Prozent. Bei den 19-Jährigen zeigt sich eine ähnliche Veränderung: Der Anteil der Verordnungen sank hier von 72 Prozent auf 53 Prozent. Lesen Sie auch: Gel statt Pille - Wird Verhütung Männersache?

Pille wird unbeliebt - die genauen Gründe sind offen

„Wir sehen, dass die Verordnungen seit einigen Jahren kontinuierlich zurückgehen. Über die genauen Gründe können wir nur spekulieren. Auf jeden Fall ist die Aufmerksamkeit für das Thema höher als noch vor ein paar Jahren“, sagt Tim Steimle, Apotheker und Fachbereichsleiter Arzneimittel bei der TK.

Das hängt womöglich auch mit der Berichterstattung zu Pillen der sogenannten neueren Generation zusammen, die insgesamt ein höheres Thromboserisiko aufweisen. Die Auswertung zeigt, dass die Anteile der Verschreibungen für diese Antibabypillen etwas zurückgegangen sind.

Junge Frauen sollten Risiken mit Arzt oder Ärztin besprechen

2020 nahmen knapp 47 Prozent der TK-versicherten Anwenderinnen eine Pille dieser Generationen. „Uns ist wichtig, dass junge Frauen gemeinsam mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin Risiken besprechen und abwägen“, sagt Steimle. Und das nicht nur bei der Pille. Auch andere hormonelle Verhütungsmittel entfalteten ihre empfängnisverhütende Wirkung mit Gestagenen der verschiedenen Generationen. Auch interessant: Corona-Impfung: Lösen mRNA-Impfstoffe Zyklusstörungen aus?

Ausgewertet wurden Routinedaten von TK-Versicherten bis 19 Jahren, ab 2019 bis 21 Jahren, weil seit Frühjahr 2019 die gesetzlichen Krankenkassen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr die Kosten für rezeptpflichtige Verhütungsmittel übernehmen.

( kai )