Rassismus

Black Lives Matter: Das denkt die Queen über die Bewegung

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Foto: Geoff Pugh / dpa

Der britischen Krone wird Rassismus vorgeworfen. Ein Sprecher der Queen erklärt, wie die Queen über Black Lives Matter denkt.

London. Die Aussagen hatten eine enorme Sprengkraft. Im Frühjahr richteten Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan in einem TV-Interview Rassismusvorwürfe gegen das britische Königshaus – seitdem diskutiert die britische Öffentlichkeit darüber, ob einzelne Royals eine fremdenfeindliche Einstellung haben könnten. In einem Gespräch mit dem britischen Sender Channel 4 äußerte sich jetzt ein Vertreter der Queen dazu. Demnach unterstützen die britischen Royals um Königin Elisabeth II. die Bewegung Black Lives Matter.

Der persönliche Vertreter der Queen im Großraum London, Kenneth Olisa, sagte, die Royals sorgten sich intensiv um dieses Thema. Sie setzten sich "leidenschaftlich dafür ein, dass diese Nation durch dieselben Werte verbunden ist". Auf die Frage, ob der Palast Black Lives Matter unterstützt, sagte Olisa, der selbst schwarz ist: "Die Antwort ist ganz eindeutig ,ja‘." Er selbst habe sich mit den Royals seit dem Fall George Floyd immer wieder über das Thema Rassismus unterhalten. Der Afroamerikaner Floyd war in den USA im Mai 2020 von einem weißen Polizisten getötet worden. Der Mord hatte die Black-Lives-Matter-Bewegung entscheidend mitgeprägt.

Königshaus will Rassismus-Vorwürfe privat klären

Im März hatten Harry (36) und Meghan (40) in einem Interview mit der US-Talkshow-Ikone Oprah Winfrey (67) schwere Vorwürfe gegen den Palast erhoben. Meghan hatte in dem Gespräch gesagt, während ihrer ersten Schwangerschaft habe es im Königshaus mit Blick auf ihr ungeborenes Kind "Sorgen und Gespräche" darüber gegeben, "wie dunkel seine Haut sein mag, wenn er geboren ist". Im Anschluss war besonders darüber spekuliert worden, auf welchen der Royals das Paar seine Rassismus-Vorwürfe bezog. Winfrey betonte später unter Berufung auf Harry, an den fraglichen Gesprächen seien weder die Queen (95) noch deren mittlerweile verstorbener Ehemann Prinz Philip († 99) beteiligt gewesen.

Harrys Bruder William (39) hatte die Rassismusvorwürfe nach der Ausstrahlung des Interviews zurückgewiesen: "Wir sind keine rassistische Familie." Das Königshaus teilte mit, man werde die Vorwürfe "privat" klären, nehme sie aber sehr ernst. Insbesondere die "aufgeworfenen Fragen, die sich auf Rassismus beziehen", wurden in dem Statement als "besorgniserregend" bezeichnet: "Während einige Erinnerungen variieren können, werden sie sehr ernst genommen und von der Familie privat angesprochen werden."

( zrb )