Todesfall

Auschwitz-Überlebende: Esther Bejarano ist gestorben

Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano ist tot.

Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano ist tot.

Foto: dpa / Jens Büttner

Sie überlebte den Holocaust und engagierte sich gegen das Vergessen. Am Samstag ist Esther Bejarano mit 96 Jahren in Hamburg gestorben.

Hamburg. Als Jugendliche überlebte sie die Schrecken des Nazi-Terrors. Nun ist eine der letzten Zeuginnen des Holocausts, Esther Bejarano, im Alter von 96 Jahren in der Nacht zu Samstag im Hamburg gestorben. Das bestätigte Meron Mendel, der Enkel der Auschwitz-Überlebenden, via Twitter.

Bejarano wurde 1924 in Saarlouis (Saarland) geboren. 1943 wurde die damals 19-Jährige nach Auschwitz dportiert. In dem Vernichtungslager war sie Mitglied des Mädchenorchesters und konnte so dem Tod entgehen. Nach dem Krieg ging Bejarano nach Israel, kehrte aber 1960 nach Deutschland zurück und lebte seitdem in Hamburg.

Esther Bejarano: Unermüdlich im Kampf gegen Rechts

Esther Bejarano galt als wichtige Zeitzeugin des Holocausts. Sie veröffentlichte mehrere Bücher und war Mitglied in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Bis ins hohe Alter engagierte sie sich gegen Rechts.

Diverse Menschen würdigten Bejarano nach ihrem Tod unter anderem für ihr politisches Engagement und bekundeten zum Beispiel via Twitter ihr Beileid. Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, schrieb etwa, Bejaranos Stimme habe Gewicht gehabt und werde fehlen. Außenminister Heiko Maas (SPD) würdigte sie als "wichtige Stimme im Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus".

Esther Bejarano: "Leidensgenossin und Weggefährtin"

Christoph Heubner, Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, in dem sich auch Bejarano über viele Jahre engagiert hatte, bezeichnete die Verstorbene in einem Statement als "wunderbare Freundin, Leidensgenossin und Weggefährtin". Sie habe künstlerische Wege gefunden, von diesem "Ort des Todes" zu erzählen und die in Auschwitz Ermordeten "vor dem Vergessen zu bewahren".

(nfz/dpa)