Pandemie

Niederlande: Corona-Zahlen steigen - Welche Regeln gelten?

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Corona-Lage in den Niederlanden

Corona-Lage in den Niederlanden

Kaum hat die Niederlande die Corona-Maßnahmen gelockert, steigen die Infektionszahlen wieder. Diesmal sind vor allem junge Menschen betroffen.

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Die Fallzahlen schnellen in den Niederlanden in die Höhe. Welche Regeln gelten jetzt? Das ist die Corona-Lage in unserem Nachbarland.

Berlin/Den Haag. 
  • In den Niederlanden spitzt sich die Corona-Lage weiter zu
  • Nachdem alle Maßnahmen im Juni aufgehoben wurden, stiegen die Corona-Zahlen zuletzt wieder sprunghaft an
  • Die Regierung reagiert deshalb: Die Corona-Regeln wurden wieder verschärft

Wegen der starken Zunahme von Corona-Infektionen unterbricht das niederländische Parlament seine gerade erst begonnene Sommerpause und kommt zu einer Sondersitzung zusammen. Sie soll am kommenden Mittwoch stattfinden. Zuvor hatte Gesundheitsminister Hugo de Jonge Alarm geschlagen. Ministerpräsident Mark Rutte entschuldigte sich für die vorschnellen Lockerungen. „Wir haben eine Fehleinschätzung gemacht. Das tut uns leid“, sagte er am Montag.

Nach Zahlen unserer Redaktion wurden zuletzt über 10.900 neue Corona-Fälle festgestellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf über 365 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Niederlande: Corona-Inzidenz bei jungen Menschen steigt

Dabei schien es eine Zeitlang, als seien die Niederlande über den Berg. EM-Fans feierten, das Nachtleben öffnete wieder. Doch die Lockerungen lassen das Land offenbar in eine neue Welle schlittern. Vor allem jüngere Menschen sind betroffen. Experten sehen die Ursache dafür in der neuen Delta-Variante.

Von den Neuinfektionen sind den Angaben zufolge vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29, aber auch Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren betroffen. Viele sollen sich beim Feiern angesteckt haben. Erst am Wochenende soll es in der Grenzstadt Enschede zu einem Corona-Ausbruch mit rund 200 Fällen durch Clubbesucher gekommen sein. Das berichtet unter anderem der WDR. Dabei mussten die Partygäste eigentlich nachweisen, dass sie gegen Corona geimpft, genesen oder getestet sind.

Delta-Variante breitet sich in Niederlanden aus

Der Anstieg der Neuinfektionen wird auch mit der Verbreitung der Delta-Variante begründet. Noch führte das aber nicht zu nennenswert mehr Patienten in den Krankenhäusern.

Vorherrschend ist in dem Benelux-Staat ist nach wie vor die in Großbritannien zuerst entdeckte Alpha-Variante mit 62,1 Prozent der Infektionen. Ihr Anteil an den Corona-Neuinfektionen nimmt aber stark ab, während die Delta-Variante zunimmt. So zeigen die jüngsten Auswertungen des RIVM (8. Juli), dass der Anteil der in Indien entdeckten Mutante sich vom 14. auf den 20. Juni um 8,1 Prozent auf einen Anteil von 17 Prozent erhöht hat. Mittlerweile dürfte der Anteil der ansteckenderen Variante noch höher liegen.

Niederlande: Diese Corona-Regeln gelten

Die niederländische Regierung hatte zum 26. Juni zunächst fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Das öffentliche Leben lief fast normal. So musste eigentlich nur noch in den öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske getragen werden. Auch Discotheken und Nachtclubs öffneten wieder. Das Problem: Die zentrale Grundregel, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten, wurde vielerorts missachtet.

Nun hat die Regierung allerdings die Notbremse gezogen und neue Corona-Regeln verhängt, die helfen sollen, das Virus und vor allem seine gefährlicheren Varianten einzudämmen.

  • Wie Ministerpräsident Rutte am erklärte, müssen Discos und Nachtclubs wieder schließen.
  • Restaurants dürfen zudem nur noch bis Mitternacht öffnen.
  • Auch Festivals und andere Großveranstaltungen ohne feste Sitzplätze, bei denen kein Sicherheitsabstand gehalten werden kann, werden untersagt.

Was bedeutet das für den Holland-Urlaub?

Für Urlauber aus Deutschland ändert sich durch die veränderte Situation zunächst nicht viel. Aktuell können deutsche Touristen ohne Einschränkung Holland-Urlaub machen. Bei der Rückreise gibt es dagegen Auflagen. Da Die Niederlande ab Sonntag wieder als Corona-Risikogebiet gelten, müssen sich vor der Rückreise in Deutschland anmelden. Zudem gibt es theoretisch eine Quarantäne-Pflicht, die mit einem negativen Test oder einem Impf- oder Genesenennachweis aber umgangen werden kann. (jtb/mja/dpa)

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