Coronavirus

Ärzte machen Hoffnung: Medikament soll Long Covid heilen

Long-Covid-Phänomen: "Frau des Jahres" kämpft für Akzeptanz

Long-Covid-Phänomen: "Frau des Jahres" kämpft für Akzeptanz

35 Jahre jung, keine Vorerkankungen, und trotzdem kämpft Marta Kulakowska mit schweren Langzeitfolgen ihrer Corona-Infektion. Seit einem Jahr ist sie berufsunfähig. Das wird zu einem Problem in unserer Gesellschaft, sagt Dr. Jördis Frommhold. Die Long-Covid-Expertin wurde zu "Frau des Jahres" gewählt und kämpft für eine Aufklärung in Politik und Gesellschaft.

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Etwa jede zehnte Corona-Infektion führt zu Long Covid. Nun haben Ärzte möglicherweise ein Heilmittel für die Langzeitfolgen gefunden.

Berlin. Augenärzte der Uniklinik Erlangen haben womöglich ein wirksames Medikament gegen Long Covid entdeckt. Ein Medikament, das ursprünglich gegen Herzerkrankungen helfen sollte, habe einen 59-Jährigen von seinen Beschwerden befreit, heißt es in einer Mitteilung.

Jetzt soll in einer klinischen Studie überprüft werden, ob der Wirkstoff "BC 007" auch bei anderen Menschen wirkt. Als Long Covid sind die schweren Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung bekannt.

Long Covid: Mittel wirkte innerhalb weniger Stunden

Der 59-jährige Patient hatte nach einer Covid-19-Infektion über Geschmacksverlust, starke Konzentrationsstörungen und Abgeschlagenheit geklagt. Das Mittel wirkte den Ärzten zufolge schon nach wenigen Stunden. Momentan könnten noch nicht mehr Menschen mit dem Medikament behandelt werden, da es noch nicht alle Zulassungsstudien durchlaufen hat, so Oberarzt Christian Mardin.

Bei seiner Entlassung habe sich der Patient schon deutlich erholter gefühlt als vor der Verabreichung.Auch die Konzentrationsschwierigkeiten seien verschwunden, die Leistungsfähigkeit des 59-Jährigen sei wieder angestiegen und der Geschmackssinn sei zurückgekehrt. Mehr zum Thema: Leben mit Long Covid: "Ich bin ein anderer Mensch geworden"

Heilmittel: So kamen die Ärzte auf ihre Idee

Zuvor hatten die Ärzte festgestellt, dass die Augen von Long-Covid-Patienten auch Monate nach der Infektion mit dem Coronavirus noch schlecht durchblutet waren. Sie nahmen an, dass die Durchblutung auch in anderen Körperteilen eingeschränkt war und fanden im Blut der Patienten tatsächlich sogenannte Autoantikörper.

Diese könnten den Körper angreifen und das Long-Covid-Syndrom auslösen, so die Ärzte. Ihre Hoffnung: Ein Präparat mit dem Wirkstoff "BC 007" könnte diese schädlichen Autoantikörper binden und so womöglich die Durchblutungsstörungen lindern. (küp)

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