Corona-Impfstoffe

Studie zu Moderna-Impfung überrascht - Schutz vor Delta?

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Biontech und Moderna: Seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen nach Impfung

Biontech und Moderna: Seltene Fälle von Herzmuskelentzündungen nach Impfung

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna sollen in seltenen Fällen zu einer Herzmuskelentzündung führen. Vor allem junge Menschen seien betroffen. Die Amerikanische Arzneimittelbehörde will jetzt eine Warnung aussprechen.

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Der Impfstoff von Moderna soll bereits 15 Tage nach der ersten Impfung einen beeindruckenden Schutz entfalten – sogar gegen Delta.

Berlin. 
  • Der Impfstoff des US-amerikanischen Herstellers Moderna hat eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie der von Biontech/Pfizer
  • Eine Studie aus den USA zeigt nun eine überraschende Wirkung bereits nach der ersten Impfung
  • Zudem hat Moderna nun Daten zum Schutz gegen die Delta-Variante veröffentlicht

Bei den meisten bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen sind zwei Dosen notwendig, um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten. Nur das Vaxzin von Johnson & Johnson schützt mit einer Impfung. Nun zeigt eine neue Beobachtungsstudie aus den USA, dass auch der mRNA-Impfstoff von Moderna bereits 15 Tage nach der ersten Dosis eine erstaunlich hohe Wirkung gegen Corona aufweist.

4028 Mitarbeitende mehrerer Kliniken aus Boston nahmen an der Studie teil. 3367 von ihnen wurden ab dem 20. Dezember 2020 geimpft, die übrigen Teilnehmenden dienten als Kontrollgruppe. Die Probanden wurden in einem Zeitraum von 48 Tagen nach der ersten Impfung beobachtet. Nach 28 Tagen erhielten die meisten ihre zweite Dosis.

Bereits acht Tage nach der ersten Corona-Impfung mit Moderna wiesen die Teilnehmenden einen hohen Schutz vor einer Covid-19-Infektion auf – nämlich 77,5 Prozent. Ab dem 15. Tag erhöhte sich die Schutzwirkung auf sogar 95 Prozent.

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USA: Moderna-Studie mit Einschränkungen

Allerdings weist die Studie einige Einschränkungen auf. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden war mit 48,1 Jahren relativ niedrig. Zudem waren Frauen mit 61,4 Prozent leicht überrepräsentiert, wie der MDR berichtet. Auch die Forschenden selbst wiesen darauf hin, dass die Zahl der Probanden eher niedrig ist „Schließlich befassen sich diese Ergebnisse hauptsächlich mit den kurzfristigen Wirkungen einer Einzeldosis des mRNA-1273-Impfstoffs“, heißt es im Fachblatt JAMA Network Open.

Zudem war auch die Delta-Variante zum Zeitpunkt der Erhebung eher schwach verbreitet. Gerade bei dieser Mutante fällt der Schutz nach bisherigen Erkenntnissen deutlich geringer aus, wenn man nur einmal geimpft ist. Bei zwei Impfungen soll das Vakzin von Moderna aber auch vor der Mutation ähnlich gut schützen wie vor dem Ursprungsvirus.

Wirkt Moderna-Impfung gegen Delta-Variante?

Nach Unternehmensangaben regt der Impfstoff auch eine Immunantwort gegen die zuerst in Indien aufgetretene Corona-Variante Delta (B.1.617.2) an. Labor-Untersuchungen mit Blut von Geimpften hätten den Effekt zudem bei mehreren anderen Varianten gezeigt, teilte das Unternehmen am Dienstag in Cambridge mit.

Es habe bei Delta nur eine „geringfügige Reduktion der neutralisierenden Titer“ gegeben. Die Untersuchungen basierten auf Blutproben von acht Teilnehmern, entnommen eine Woche nach der zweiten Impf-Dosis. Die Ergebnisse sind noch nicht von anderen Wissenschaftlern geprüft worden. Eine nachweisbare Immunantwort bei einem Geimpften ist nicht zwingend gleichbedeutend mit einem tatsächlichen Schutz vor einer Infektion.

Zweitimpfung mit Moderna weiter erforderlich

Insgesamt weisen die Untersuchungen darauf hin, dass eine Erstimpfung mit Moderna zuverlässig gegen eine Corona-Infektion schützen kann. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Zweitimpfung nicht mehr notwendig ist. Um den vollständigen Impfschutz zu erhalten, raten Ärzte und Experten in jedem Fall zu beiden Impfdosen. (bef)

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