Naturkatastrophe

Tschechien: Tornado hinterlässt Schneise der Verwüstung

| Lesedauer: 3 Minuten
"Hölle auf Erden": Tote durch Tornado in Tschechien

"Hölle auf Erden": Tote durch Tornado in Tschechien

Autowracks, zerstörte Häuser und Trümmer auf der Straße: Die Lage im Südosten von Tschechien ist dramatisch, nachdem ein Tornado rund um die Stadt Hodonín gewütet hat. Mindestens fünf Menschen kamen laut Polizei ums Leben; mehr als 60 weitere wurden verletzt.

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Bei schweren Unwettern mit einem Tornado sind im Süden Tschechiens mehrere Menschen gestorben und bis zu 200 Menschen verletzt worden.

Prag/Breclav. 
  • In Tschechien hat ein Tornado für Verwüstung und mehrere Todesopfer gesorgt
  • Es gibt Dutzende Verletzte, auch Kinder sind unter den Opfern
  • Ein Meteorologe erklärte, der Tornado vom Donnerstag sei der stärkste der tschechischen Geschichte

Schwere Unwetter und ein Tornado haben am Donnerstag im südöstlichen Tschechien eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Wie Polizei und Rettungskräfte mitteilten, sind dabei mindestens fünf Menschen gestorben. Der Tornado hatte sieben Dörfer in der Region Südmähren verwüstet. Hunderte Häuser wurden zerstört, Dächer abgedeckt, Stromleitungen niedergerissen und Autos umhergeschleudert.

Die Suche nach möglichen Verschütteten dauerte an. Hunderte Feuerwehrleute gingen in den zerstörten Gemeinden von Haus zu Haus. Auch Spürhunde halfen bei der Suche. Aus anderen Teilen des Landes machte sich weitere Verstärkung auf den Weg. Die Armee schickte Soldaten mit schwerer Technik. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis sprach von einer „Apokalypse“.

Zusätzlich zu den Todesopfern wurden rund 200 Personen verletzt. Von ihnen mussten 60 stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Wie entsteht ein Tornado?
Wie entsteht ein Tornado?

Tschechien: Stärkster Tornado in der Geschichte des Landes

Ein Meteorologe erklärte dem Fernsehsender ČT 24, der Tornado vom Donnerstag sei der stärkste der tschechischen Geschichte gewesen, seine Intensität habe die Kategorie F3 bis F4 erreicht, mit Windgeschwindigkeiten bis zu 322 Stundenkilometer. Tornados gelten in Tschechien als äußerst selten, den letzten Tornado gab es vor drei Jahren.

Der Tornado hatte nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine für Europa außergewöhnliche Stärke. „Das sind solche Kräfte, die dort entstehen, dass wirklich Autos Hunderte Meter weit durch die Luft fliegen, das Trümmerteile sich in Betonwände bohren“, sagte Andreas Friedrich, Tornadobeauftragter des DWD, der Deutschen Presse-Agentur.

Wie ČT 24 am Donnerstagabend berichtete, seien in mehreren Dörfern Dächer abgedeckt, Fensterscheiben zerstört, Bäume umgestürzt und Autos umhergeschleudert worden. Mehrere Busse seien bei dem Unwetter in Südmähren umgestürzt. Die Behörden gehen davon aus, dass 600 Gebäude abrissreif sind.

Unwetter in Tschechien: 100.000 Menschen ohne Strom

In den betroffenen Gebieten waren die Notrufleitungen am Donnerstagabend überlastet. In den Verwaltungsbezirken Břeclav und Hodonín fielen nach Berichten in den sozialen Medien Hagelkörner von der Größe von Tennisbällen. Am Schloss Valtice, das zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, entstand ein Millionenschaden. An dem Barockbau aus dem 17. Jahrhundert barsten zahlreiche Fensterscheiben. Lesen Sie auch: Katastrophe in den USA: Hochhaus in Miami eingestürzt

Die Autobahn D2, die von Brünn (Brno) nach Břeclav führt, war nicht befahrbar, weil eine Hochspannungsleitung auf die Fahrbahn gestürzt war. Wie die österreichische Zeitung "Der Standard" berichtet, waren zeitweise mehr als 100.000 Menschen ohne Elektrizität. Die Regierung in Prag versetzte Kräfte der Armee für einen möglichen Hilfseinsatz in Bereitschaft, aus Österreich waren zwei Rettungshubschrauber auf dem Weg. Auch die benachbarte Slowakei bot Hilfe an. Regierungschef Andrej Babiš ließ mitteilen, dass er wegen des Wetters nicht aus Brüssel zurückkehren könne, wo er an einem EU-Gipfel teilnimmt.

(dpa/fmg)

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