Pandemie

Corona: Containerschiff-Stau in China lähmt Welthandel

| Lesedauer: 2 Minuten
Singapur: Jahrhundertealte Schiffswracks gefunden

Singapur: Jahrhundertealte Schiffswracks gefunden

Spektakulärer Fund vor der Küste Singapurs: Forscher haben auf dem Meeresgrund zwei jahrhundertealte Schiffswracks entdeckt, die mit chinesischem Porzellan und anderen Gegenständen beladen waren.

Beschreibung anzeigen

Durch Corona-Maßnahmen stauen sich in China die Schiffe. Die Folgen für den Handel könnten schlimmer sein als die Havarie im Suezkanal.

Berlin. Erst wenige Monate ist es her, dass der Containerfrachter "Ever Given" den Suezkanal blockiert hat. Der Stau, den das havarierte Schiff auslöste, und die Corona-Pandemie haben den weltweiten Handel belastet. Jetzt kommt ein neues Problem hinzu.

Ein Corona-Ausbruch in der südchinesischen Küstenprovinz Guangdong hat im Hafen von Shenzhen-Yantian dazu geführt, dass Containerschiffe nicht an- und ablegen könnten. Die örtlichen Behörden hatten angeordnet, den Hafen teilweise zu schließen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das berichtet unter anderem die "tagesschau". Teilweise lagen über hundert Frachter im viertgrößten Containerhafen der Welt.

Containerschiffe: Mehr als 16 Tage im Stau

Staus, die für die Schiffe eine Verspätung von mehr als 16 Tagen bedeuten können, so die weltweit führende Containerlinie Maersk. Vincent Clerc, Geschäftsführer von AP Moller-Maersk für den Bereich Ocean & Logistics warnt sogar, dass die Folgen der Verzögerungen in Shenzhen-Yantian "viel größere Störungen verursachen, als die Ever Given, die den Suez Canal für sechs Tage in diesem März blockierte."

Die angespannten Lieferketten haben auch Auswirkungen auf den deutschen Markt und sind besonders für die Technologie- und Elektronikbranche ein Problem. Denn etwa 90 Prozent der Elektronikexporte aus China werden laut "tagesschau" über den Hafen von Shenzhen-Yantian abgewickelt. Wie lange die Lage noch angespannt bleibt, ist nicht bekannt.

Containerschiff-Stau: Industrie sorgt sich um Aufschwung

Die deutsche Industrie sorgt sich angesichts der starken Verspätungen in der weltweiten Containerschifffahrt um den Aufschwung nach der Corona-Rezession.

Mehr zum Thema Corona-Pandemie in unserem Newsletter. Jetzt anmelden!

"Es muss unbedingt vermieden werden, durch künstliche Engpässe der Transportkapazitäten in den maritimen Lieferketten den Hochlauf der Industrie ins Stottern zu bringen", heißt es in einem Anfang Juni in Berlin veröffentlichten Brandbrief an die Bundesregierung. "Die seeverladende Industrie leidet seit langem unter einer rapiden Verschlechterung der Zuverlässigkeit und Qualität der Transportdienstleistungen im Container-Seeverkehr, insbesondere auf den Strecken zwischen Asien, Nordamerika und Europa."

Konkret ist in dem Schreiben der Industrieverbände die Rede von mangelnder Verfügbarkeit von Containern, fehlenden Transportkapazitäten, unpünktlichen Schiffsankünften sowie Qualitätsdefiziten bei stark ansteigenden Transportkosten.

Diese beeinträchtigten die Lieferketten und teilweise auch die Produktionsabläufe. Unterzeichnet ist das Schreiben an die Minister Peter Altmaier (CDU/Wirtschaft) und Andreas Scheuer (CSU/Verkehr) unter anderem vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie den Branchenverbänden der Autoindustrie, des Maschinenbaus und der Chemie.

(msb/dpa)

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos