Unfall

Wal spuckt Taucher wieder aus – Experten nicht überrascht

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Buckelwal an französischer Mittelmeerküste verendet

Buckelwal an französischer Mittelmeerküste verendet

Ein sieben Meter langer Buckelwal ist an der französischen Mittelmeerküste angeschwemmt worden und dort verendet. Buckelwale sind im Mittelmeer selten.

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Ein Fischer in den USA will nach Hummern tauchen und findet sich im Maul eines Wales wieder. Doch er überlebt auf wundersame Weise.

Provincetown/Berlin. 
  • Ein Taucher ist in den USA eigenen Angaben zufolge in das Maul eines Wales geraten
  • Der Meeressäuger soll den Mann aber wieder ausgespuckt haben
  • Experten halten die Schilderungen des Tauchers für glaubwürdig

Die Geschichte klingt unglaublich: Ein heftiger Ruck, plötzlich wird alles schwarz – und ein Mann findet sich im Maul eines Wales wieder. Was der biblischen Figur Jona widerfahren sein soll, hat nach eigenen Angaben auch ein Fischer in den USA erlebt. Michael Packard aus Provincetown im Bundesstaat Massachusetts erklärte, er habe an der Küste von Cape Cod nach Hummern getaucht, als ein Buckelwal versucht habe, ihn zu fressen.

Wal: Zunächst glaubte der Mann an einen Haiangriff

Dem lokalen Sender CBSN berichtete Packard Anfang Juni, dass er sich in 13 Metern Tiefe befunden habe. Dann kam der Ruck und es sei schwarz geworden, um ihn herum. Zunächst habe er an einen Haiangriff geglaubt, habe aber keine Zähne erkennen können und auch keine Schmerzen gehabt.

"Da hab ich realisiert, oh mein Gott, ich bin im Maul eines Wales und er versucht mich zu verschlucken", sagte Packard dem Sender. Er habe geglaubt, sterben zu müssen. Anders als Jona in der Bibel blieb Michael Packard nicht drei Tage und drei Nächte im Maul des Wales gefangen, sondern 30 bis 40 Sekunden. Dann habe das Tier ihn wieder ausgespuckt: "Ich wurde in die Luft geworfen und bin im Wasser gelandet."

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Es klingt unglaublich und nach Seemannsgarn, aber ein Zeuge bestätigt die Geschichte. Josiah Mayo war zum Fischen mit rausgefahren und befand sich an Bord des Schiffes. Er ist der Sohn eines Forschers und Experten für Wale am Center for Coastal Studies in Provincetown. Nach eigenen Angaben half er Packard aus dem Wasser und verständigte die Rettungskräfte. Anschließend wurde er ins Krankenhaus gebracht, aber noch am selben Tag entlassen, wie der "Guardian" schreibt.

Expertin hält die Wal-Begegnung für möglich

"Ich kenne die beteiligten Personen, also habe ich allen Grund zu glauben, dass das, was sie sagen, wahr ist", sagte die Direktorin für Buckelwalstudien des Forschungszentrums, Jooke Robbins, der Nachrichtenagentur AFP.

Zwar habe Robbins noch nie zuvor von solch einem "Unfall" gehört. Es sei aber auch nicht unmöglich. Denn die Wale, die zwischen 13 und 15 Metern groß werden, würden mit offenem Maul voran auf Nahrungssuche gehen und so sehr schnell Fische und Wasser schlucken.

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In diesem Fall wurde wohl auch Michael Packard ins Maul des Meeressäugers gespült. "Ihre Mäuler sind ziemlich breit", aber "ihre Rachen ziemlich eng" – daher sei es nahezu unmöglich, dass sie etwas Großes wie einen Mann letztlich hinunterschlucken. Für Touristen und andere Meeresbesucher hat die Buckelwalexpertin noch einen Tipp: "Wenn Sie einen Wal sehen, halten Sie Abstand. Es ist wirklich wichtig, den Walen Raum zu geben."

Verschlucken des Tauchers für Wal "total irre"

Philip Hoare, Autor von "Leviathan oder Der Wal: Auf der Suche nach dem mythischen Tier der Tiefe", äußerte sich gegenüber dem "Guardian" ähnlich zu dem Vorfall. Das Verschlucken des Tauchers sei für den Wal "total irre" gewesen, erklärte er ebenfalls mit Verweis auf den engen Rachen der Säuger. Er gehe davon aus, dass es sich um einen noch jungen Wal handelte, der beim Fressen noch nicht erfahren genug gewesen sei.

Die Menschen in der Region von Cape Cod seien sich der Gefahr durch Wale bewusst, so Hoare weiter. "Sie sind da, und sie sind groß - und drei Menschen wurden im vergangenen Jahr attackiert, davon einer tödlich", sagte der Schriftsteller.

Auch in Europa können Wale gefährlich für Menschen werden: Im vergangenen Herbst hatten Orcas vor der spanischen Küste vermehrt Schiffe angegriffen.

(afp/fv)

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