Hinrichtung

Arizona: Todesstrafe soll mit Zyklon B durchgeführt werden

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Tobias Eßer
In solchen Zellen warten US-Gefangene auf die Todesstrafe. Hier ein Todestrakt in South Carolina.

In solchen Zellen warten US-Gefangene auf die Todesstrafe. Hier ein Todestrakt in South Carolina.

Foto: Uncredited/South Carolina Department of Corrections via AP/dpa

Arizona will einen Häftling vergasen - und dafür Cyanwasserstoff nutzen. Bei den Nazis war das Gas unter dem Namen Zyklon B bekannt.

Phoenix, AZ. Der US-Bundesstaat Arizona will die Todesstrafe wieder vollstrecken. Dabei soll das Gas Cyanwasserstoff genutzt werden. Der Stoff war während des nationalsozialistischen Terrorregimes als Zyklon B bekannt und wurde in Konzentrations- und Vernichtungslagern genutzt, um Millionen Menschen zu töten.

Die Gefängnisbehörde des Staates Arizona gab laut einem Bericht der "Jerusalem Post" mehr als 2000 US-Dollar für zur Herstellung des Gases benötigten Inhaltsstoffe aus. Außerdem ordnete sie eine Inspektion an, in der die staatseigene Gaskammer auf ihre Funktionstüchtigkeit untersucht werden sollte.

Arizona: Letzte Person wurde 1999 vergast

Die letzte Person, die in Arizona vergast wurde, war der deutsche Staatsbürger Walter LaGrand im Jahr 1999. Wegen eines bewaffneten Raubüberfalls, bei dem er einen Bankdirektor erstach, kam er in den Todestrakt. Eine Zeugenaussage berichtet davon, dass die Hinrichtung LaGrands 18 Minuten dauerte, während denen er stark hustete.

Nun will Arizona wieder Häftlinge im Todestrakt vergasen. Als einer der Ersten könnte der 65-jährige Frank Atwood hingerichtet werden. Im Jahr 1984 soll er ein Kind getötet haben - die Verteidigung bestreitet seine Schuld jedoch und widerspricht seiner Hinrichtung mit der Begründung, dass Arizona einer laufenden Untersuchung zuvorkommen wolle, in der möglicherweise Atwoods Unschuld bewiesen werden könne.

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Arizona setzte Hinrichtungen nach Pfusch aus

Außerdem kritisiert die Verteidigung das Gas, mit dem Atwood hingerichtet werden soll. Es habe in der Vergangenheit schon zu Komplikationen geführt: "Frank Atwood ist bereit zu sterben. Er ist ein griechisch-orthodoxer Christ und bereitet sich auf den Moment seines Todes vor. Aber er will nicht gefoltert und das Opfer einer verpfuschten Hinrichtung werden", erklärte Atwoods Anwalt Joseph Perkovich der "Jerusalem Post". Lesen Sie mehr: Impf-Lotterie aus Ohio wird zum vollen Erfolg

Solch eine verpfuschte Hinrichtung ist der Grund dafür, dass in Arizona seit 2014 keine Hinrichtung mehr durchgeführt wurde. Damals wurde der Mörder Joseph Wood per Giftspritze hingerichtet. Anstelle einer Giftinjektion, die Wood in zehn Minuten hätte töten sollen, benötigte Wood 15 Injektionen und starb über einen Zeitraum von zwei Stunden unter großen Qualen.

Infolge dieser Hinrichtung setzte Arizona die Todesstrafe bis auf weiteres aus. Nun soll sie allerdings wieder eingesetzt werden. Zwar beteuert der Bundesstaat laut Bericht der "Jerusalem Post", dass die Hinrichtungsmethode ethisch vertretbar sei, allerdings ist der Name Zyklon B auf ewig mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten verbunden.

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