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BBC-Reporter: Wollte Diana mit Interview nicht schaden

| Lesedauer: 4 Minuten
Prinzessin Diana – Der tragische Tod der „Königin der Herzen“

Prinzessin Diana – Der tragische Tod der „Königin der Herzen“

Prinzessin Diana starb am 31. August 1997 bei einem Unfall in Paris. Zuvor hatte sie stürmische Jahre durchlebt.

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Ein Gutachten offenbart: Der BBC-Moderator Martin Bashir legte die Prinzessin mit gefälschten Dokumenten herein. Die Details dazu.

London. 
  • In einem Interview mit BBC-Journalist Martin Bashir hatte Prinzessin Diana im Jahr 1995 Details zu ihrem Privatleben öffentlich gemacht
  • Ein neuer Bericht zeigt: Bashir bekam das Interview nur wegen eines Betruges
  • Dianas Söhne William und Harry attackieren die BBC wegen des Interviews
  • Der BBC-Reporter beteuert unterdessen, keine bösen Absichten gehabt zu haben
  • Er räumt aber ein, dass es ihm um die Prinzen William und Harry leid tue

Der Auftritt war der Anfang ihres tragischen Endes. Im November 1995 gab Prinzessin Diana († 36) dem BBC-Journalisten Martin Bashir ein mittlerweile legendäres TV-Interview, ihre Aussagen erschütterten weltweit 200 Millionen Zuschauer.

Nun kommt heraus: Der heute 58-jährige Bashir hatte Diana mit unlauteren Mitteln dazu gebracht, vor der Kamera über ihr Privatleben auszupacken. In dem denkwürdigen Gespräch hatte Diana die Affäre ihres Mannes Charles (72) mit seiner heutigen Frau Camilla (73) indirekt für das Scheitern ihrer Ehe verantwortlich gemacht: „Wir waren zu dritt in dieser Ehe.“ Lesen Sie auch: Prinz Harry: War Prinz Charles Schuld am royalen Ausstieg?

Die BBC ließ die Umstände in den vergangenen Monaten von einem früheren Richter am Obersten Gerichtshof untersuchen. Ergebnis: Der interne Bericht habe ergeben, dass Bashir die Prinzessin und ihren Bruder Charles Spencer (57) mit gefälschten Unterlagen getäuscht habe, berichtete die Zeitung „The Telegraph“ am Donnerstag.

Diana: Erfundene Unterlagen sollten das Ausspionieren belegen

Bashir zeigte Spencer demnach Kontoauszüge, die scheinbar belegten, dass Mitarbeiter am Hof dafür bezahlt wurden, Diana auszuspionieren. Daraufhin entschied sich Diana, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Thronfolger Charles reichte daraufhin die Scheidung ein. Diana verlor in der Folge ihren Personenschutz. Lesen Sie hier: Wie Prinz Harry vor Gericht um seinen guten Ruf kämpft

Wegen Interview: Harry und William attackieren BBC

Nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zum Interview kritisieren nun auch Dianas Söhne William und Harry die BBC. Auf Twitter erklärte Prinz William am Donnerstagabend, die „hinterlistige Art“, auf die Bashir das Interview mit Diana bekommen habe, hätte die Aussagen seiner Mutter „wesentlich beeinflusst“.

Die BBC habe in ihrer Aufsichtsfunktion versagt, sagte William weiterhin. Das habe zur „Furcht, Paranoia und Isolation“ Dianas beigetragen. William forderte die BBC auf, das Interview nie wieder auszustrahlen.

Williams jüngerer Bruder Harry, der mit seiner Familie in den USA lebt, macht das Fehlverhalten der Medien in einem separaten Statement für Dianas Tod verantwortlich: „Der Welleneffekt einer Kultur der Ausbeutung und der unethischen Praktiken hat sie letztendlich das Leben gekostet", erklärte Harry am Donnerstag. „Was mich zutiefst besorgt, ist dass Praktiken wie diese - und sogar schlimmere - noch immer weit verbreitet sind", so Harry weiter.

Dianas ehemaliger Privatsekretär: Interview indirekt für Dianas Tod verantwortlich

Der Abzug von Dianas Personenschutz in Folge des Interviews sei ein Grund für ihren Unfalltod 1997, behauptete Dianas Ex-Privatsekretär Patrick Jephson: „Di“ und ihr Freund Dodi Al-Fayed († 42) hätten an dem letzten Abend in Paris deshalb nicht vor Paparazzi abgeschirmt werden können.

Die BBC hatte vor wenigen Tagen erklärt, Bashir habe die Rundfunkanstalt verlassen – wie es hieß, aus gesundheitlichen Gründen. Auch interessant: Harry und Meghan: Royals werden die Ämter entzogen

Das sagt Ex-BBC-Journalist Bashir zu den Vorwürfen

Inzwischen hat sich Bashir selbst zu dem Interview geäußert. Der BBC-Reporter beteuerte, niemals böse Absichten gegen die Prinzessin gehegt zu haben. „Ich wollte Diana niemals in irgendeiner Weise Schaden zufügen und ich glaube nicht, dass wir das getan haben“, sagte Martin Bashir der „Sunday Times“.

Alles im Rahmen des Gesprächs sei so abgelaufen wie von ihr gewünscht. Diana sei nie unglücklich mit dem Inhalt gewesen, sie seien auch nach der Ausstrahlung befreundet geblieben. Die Prinzessin habe sogar seine Ehefrau im Krankenhaus besucht, als diese ihr drittes gemeinsames Kind zur Welt gebracht habe, sagte Bashir.

Der Journalist räumte ein, dass ihm das Ganze für Prinz William und Prinz Harry zutiefst leid tue. Gleichzeitig bestritt er Williams Vorwürfe, er habe die Isolation und Paranoia Dianas befeuert. Nun befürchte er, dass der Skandal den eigentlichen Inhalt des Interviews überschatten werde. „Eines der traurigsten Dinge bei all dem ist die Art und Weise gewesen, wie der Inhalt dessen, was sie gesagt hat, beinahe ignoriert worden ist.“

(joe/pcl/te/dpa)

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