Raumfahrt

China gelingt mit Rover „Zhurong“ erstmals Mars-Landung

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Videografik: Die Eroberung des Weltalls

Videografik- Die Eroberung des Weltalls

Die Eroberung des Weltalls war lange Zeit ein Wettstreit zwischen den Supermächten USA und Sowjetunion. Auch schwere Rückschläge halten die Menschheit nicht davon ab, immer tiefer ins Universum vorzudringen. Inzwischen mischen private Unternehmen die Raumfahrt auf.

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Das Landemodul mit dem Rover setzte am Samstagmorgen auf der Marsoberfläche auf. Das Landemanöver gestaltete sich äußerst schwierig.

Berlin. 
  • Gleich bei seiner ersten Mars-Mission ist China am Samstag die Landung eines Rovers auf dem Roten Planeten gelungen
  • Das Landemanöver sei chinesischen Staatsmedien zufolge „äußerst kompliziert“ gewesen
  • Mindestens drei Monate lang soll der Mars-Rover arbeiten und Untersuchungen durchführen

Gleich der erste Versuch ist geglückt: China ist beim ersten eigenen Anlauf auf Anhieb eine erfolgreiche Landung auf dem Mars gelungen. Am Samstagmorgen setzte das Landemodul des Raumschiffes „Tianwen-1“ bestückt mit dem Rover „Zhurong“ auf der Marsoberfläche auf. Das teilte die chinesische Raumfahrtbehörde mit. Im Juli vergangenen Jahres war „Tianwen-1“ von der Erde gestartet. Im Februar hatte die chinesische Rakete die Mars-Umlaufbahn erreicht.

Drei Nationen, drei Missionen: Der Wettlauf zum Mars

Auf dem Roten Planeten und in seiner Umlaufbahn befindet sich „Tianwen-1“ in guter Gesellschaft. Schließlich zählt die chinesische Mission als eine von drei Flügen zum Mars, die im vergangenen Sommer von der Erde gestartet waren. Neben China hatten auch die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA seinerzeit Raketen auf den Weg in Richtung des Roten Planeten Mars geschickt. Als erster gelandet war der US-Rover „Perseverance“, der bereits im Februar erfolgreich auf der Marsoberfläche aufsetzen konnte.

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Bis heute ist es einzig den USA gelungen, Erkundungs-Fahrzeuge auf dem Roten Planeten zum Einsatz zu bringen. Zwar glückte auch der damaligen Sowjetunion in den 70er-Jahren eine Landung – dabei ging allerdings sofort der Kontakt zu der Sonde verloren. Der Flug zum Roten Planeten und die Landung gelten als äußerst schwierig. Von bisherigen Landeversuchen waren nur etwa jede zweite von Erfolg gekrönt.

Ein kleiner Fehler hätte die Landung womöglich scheitern lassen

Ein Fallschirm und Bremstriebwerke halfen dabei, die chinesische Sonde abzubremsen. Etwa 100 Meter über der Marsoberfläche schwebte das Fahrzeug zunächst, um Hindernisse zu identifizieren und autonom einen Landeplatz zu finden. Schließlich setze der Lander mit seinen vier Beinen sicher auf der Oberfläche auf.

Das Manöver sei „äußerst kompliziert“ gewesen, zitierten Staatsmedien Geng Yan, einen Mitarbeiter des chinesischen Raumfahrtprogramms: „Jeder Schritt hatte nur eine Chance. Die Aktionen waren eng miteinander verbunden. Wenn es nur einen Fehler gegeben hätte, wäre die Landung fehlgeschlagen“, sagte Geng.

Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua sprach nach der erfolgreichen Landung vom Beginn eines „neuen Kapitels“ in der Erforschung des Weltraums. Chinas Präsident Xi Jinping gratulierte den beteiligten Wissenschaftlern.

Chinas Mars-Rover soll drei Monate lang Untersuchungen durchführen

Läuft nun alles nach Plan, soll der nach dem chinesischen Feuergott benannte Rover „Zhurong“, der in der Region Utopia Planitia aufsetzte, erwachen und mindestens drei Monate lang arbeiten und Untersuchungen durchführen.

Der Rover wiegt etwa 240 Kilogramm. Er hat sechs Räder und vier Sonnenkollektoren und kann sich auf der Marsoberfläche mit 200 Metern pro Stunde bewegen. Der Rover trägt wissenschaftliche Instrumente mit sich, mit denen etwa Informationen über die Zusammensetzung der Planetenoberfläche, die geologische Struktur und das Klima gesammelt werden sollen.

Gerade startete Chinas Bau einer eigenen Weltraumstation

China treibt sein ambitioniertes Weltraumprogramm immer weiter voran. Nach mehreren erfolgreichen Flügen zum Mond hatte die Volksrepublik Ende April mit dem Bau seiner eigenen Weltraumstation begonnen. Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 5B“ brachte das 22 Tonnen schwere Modul „Tianhe“ ins All. Es soll das Kernmodul der Raumstation bilden, die „um 2022“ fertig gestellt werden soll.

In den kommenden Wochen sollen zwei weitere Raumflüge dicht nacheinander folgen. Im Mai könnte schon das Cargo-Raumschiff „Tianzhou 2“ mit Treibstoff und Versorgungsgütern andocken. Auch bereiten sich drei Astronauten vor, an Bord von „Shenzhou 12“ möglicherweise im Juni zu „Tianhe“ zu fliegen.

(mahe/dpa)

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