Corona-Pandemie

Drosten ist zuversichtlich - mahnt aber zu Vorsicht

| Lesedauer: 3 Minuten
Drosten: Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland

Drosten: Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland

Angesichts der sinkenden Corona-Zahlen hat Top-Virologe Christian Drosten den Bundesbürgern für den Sommer Mut gemacht: "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland", sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-"heute journal".

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Charité-Virologe Christian Drosten hat im ZDF-Interview zuversichtliche Töne angestimmt. Gleichzeitig mahnte er weiterhin zu Vorsicht.

Berlin. 
  • Wenn es mit den Impfungen weiter so schnell in Deutschland vorangeht, könnte der kommende Sommer wieder etwas normaler werden
  • Das sagte der Virologe Christian Drosten am Sonntagabend im ZDF-Interview
  • Dennoch sei weiter Vorsicht geboten, Deutschland sei bei den Impfungen noch nicht so weit wie andere Länder

Die Corona-Zahlen in Deutschland gehen spürbar zurück - trotzdem kann von Normalität noch nicht die Rede sein. In Anbetracht des Fortschritts bei der Impfkampagne und der steigenden Temperaturen werden große Hoffnungen auf den Sommer gesetzt. Nun hat Charité-Virologe Christian Drosten dazu Stellung bezogen: "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland", zeigte er sich am Sonntagabend im ZDF-"heute journal" zuversichtlich. Neuer Corona-Podcast: Christian Drosten hat wichtige Botschaft.

Im Gespräch mit Marietta Slomka äußerte er sich zu den aktuellen Infektionszahlen in Deutschland. Diese seien wahrscheinlich noch nicht auf die Impfungen, sondern auf das Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen. "Die Leute machen eben schon gut mit", betonte der Virologe. "Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmalig Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind."

Drosten: Öffnungen bei Impfquote wie in Großbritannien denkbar

Vorsicht sei zunächst aber weiterhin geboten, mahnte Drosten. Deutschland sei mit den Impfungen noch nicht so weit wie andere Länder. Sobald eine Impfquote wie in Großbritannien erreicht werde, könne besonders im Außenbereich wieder vieles zugelassen werden.

Auf eine konkrete Prozentzahl legte sich Drosten aber nicht fest "Man braucht einfach ein gewisses Niveau und keiner weiß ganz genau, wie hoch dieses Niveau liegt." Wie hoch die Impfquote sein muss, könne man daher nicht sagen, erklärte er. "Diese einfach gerechnete Zahl von 70 Prozent, die dann auf 80 Prozent erhöht wird, das ist unter perfekten Laborbedingungen zu sehen."

Auf Slomkas Frage hin, ob im Sommer Urlaubsreisen und Grillen mit mehreren Personen aus dem Freundeskreis möglich sein könnten, antwortete der Virologe aus dem NDR-Podcast: "Davon gehe ich aus. Wir werden dann da sein, wo die Engländer jetzt sind."

Das ist der Coronavirus-Experte Christian Drosten
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Virologe Drosten äußert sich zu Herdenimmunität im Herbst

Zudem äußerte sich der Virologe zu einem möglichen Szenario im Herbst. Obwohl dann in Deutschland "große Teile der erwachsenen Bevölkerung geimpft" seien, heiße eine Herdenimmunität nicht, dass die Krankheit sich dann nicht mehr übertrage oder gar verschwunden sei. "Es wird immer noch Leute in der Bevölkerung geben, die sind nicht geimpft, und die haben volles Risiko, sich zu infizieren." Diese werden sich hoffentlich nachimpfen lassen, wenn sie bis zum Herbst noch "ein zweites oder drittes Mal" über das Thema nachdenken.

Abschließend ging es im Gespräch mit Slomka um Impfungen für Kinder: Es sei "sehr gut, dass es so kommt, dass wir jetzt die über zwölfjährigen Kinder impfen können", erklärte Drosten. Für die Impfung jüngerer Kinder müssten noch Studien vorgelegt werden, die bereits angelaufen seien. Im Falle einer Häufung von seltenen schweren Covid-19-Folgeerkrankungen bei Kindern müssten auch die Kleinen geimpft werden, machte der Virologe deutlich.

(raer/mit dpa)

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