Corona-Pandemie

Astrazeneca: Wie lange muss man auf die Zweitimpfung warten?

| Lesedauer: 3 Minuten
Martin Nefzger
Kreuzimpfung gegen Covid-19: Besserer Schutz, stärkere Reaktion?

Kreuzimpfung gegen Covid-19: Besserer Schutz, stärkere Reaktion?

Heterogene Impfungen, oder Kreuzimpfungen, werden zukünftig für viele eine Rolle spielen. Doch bieten sie einen besserer Schutz oder stärkere Reaktion?

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Der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung mit Astrazeneca kann vier bis zwölf Wochen betragen. Ärzte raten, zu warten.

Berlin. 
  • Um bestmöglich vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt zu sein, sind bei den meisten Corona-Impfstoffen zwei Impfungen nötig
  • Das gilt auch für den Impfstoff der Firma Astrazeneca
  • Lesen Sie hier, wie lange der Abstand zwischen der ersten und zweiten Corona-Impfung bei Astrazeneca sein sollte

Die Priorisierung bei der Impfreihenfolge ist aufgehoben – zumindest für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Das verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag. Gleichzeitig kündigte er an, dass die Zweitimpfung mit Astrazeneca zukünftig schon nach vier, statt wie bisher nach zwölf Wochen möglich ist. Doch diese Entscheidung ist umstritten.

Lesen Sie hier: Alle wichtigen Fragen und Antworten zu den Corona-Impfstoffen und der Impfung

Zweitimpfung mit Astrazeneca: Stiko hält an Empfehlung fest

Denn die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt in Deutschland nach wie vor einen Abstand von zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Impfung. Bei einer längeren Zeit bis zur Zweitimpfung steige die Wirksamkeit des Vakzins – und somit der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus.

„Studien haben klar gezeigt, dass die Effektivität bei einem Abstand von weniger als sechs Wochen nur 55 Prozent beträgt und erst bei einem Abstand von zwölf Wochen bei über 80 Prozent liegt“, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur.

Astrazeneca-Geimpfte können Biontech oder Moderna verabreicht bekommen
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Verkürzung der Wartezeit könnte Impfbereitschaft erhöhen

Die Entscheidung, eine Zweitimpfung mit Astrazeneca dennoch schon nach vier Wochen zu ermöglichen, könnte durch die fehlende Bereitschaft in der Bevölkerung, sich mit dem Vakzin impfen zu lassen, liegen. Dieses hat den Ruf, im Vergleich zu den Präparaten von Moderna oder Biontech häufiger Nebenwirkungen hervorzurufen. Da die häufiger bei jungen Menschen auftreten, ist der Impfstoff für Personen unter 60 nur nach ärztlicher Beratung zugelassen.

Zusätzlich könnten potentielle Empfänger einer Astrazeneca-Impfung von der langen Dauer bis zur Zweitimpfung abgeschreckt werden. Bei anderen Vakzinen ist diese schon nach vier Wochen möglich. Geimpfte haben so früher den vollständigen Impfschutz und profitieren früher von gelockerten Corona-Regeln.

Durch die neuen Regeln ist das nun auch bei Astrazeneca der Fall. Wann genau die Zweitimpfung stattfindet, können Patienten und Patientinnen in Absprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin festlegen.

Astrazeneca: Zweitimpfung nach vier Wochen – Experten raten ab

Dennoch raten Experten davon ab, sich wegen des Wunsches nach Freiheiten bereits nach vier Wochen ein zweites Mal mit Astrazeneca impfen zu lassen. „Wenn Sie Ihren Impfabstand bei Astrazeneca verkürzen, um damit schneller in den Genuss von Lockerungen zu kommen, machen Sie das auf Kosten ihres Immunschutzes“, betont Immunologe Watzl.

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(mit dpa)

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