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Elon Musk: Unfallauto fuhr nicht mit Autopilot

| Lesedauer: 2 Minuten
Dirk Hautkapp
Videografik: So funktioniert ein Elektroauto

Videografik: So funktioniert ein Elektroauto

Der US-Autobauer Tesla will Elektroautos deutlich erschwinglicher machen - dank einer massiven Kostensenkung bei den Batterien. Elektroautos haben einen strombetriebenen Motor und verbrennen im Betrieb kein Benzin oder Diesel. Die meisten Fahrzeuge nutzen eine Lithium-Ionen-Batterie, um Energie zu speichern.

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Ein Tesla verunglückt in Texas, zwei Menschen sterben. Jetzt wehrt sich Tesla-Chef Elon Musk: Das Auto sei ohne Autopilot gefahren.

Washington, D.C.. Elon Musk sieht sich nach dem schweren Unglück eines Wagens seiner E-Mobilitätsmarke Tesla mit zwei Toten in Texas zu Unrecht angegriffen. Via Twitter widersprach der Multi-Milliardär der Annahme, dass der Unfall in Spring bei Houston auf ein Assistenzsystem zurückgegangen sein könnte, das nach Angaben von Kritikern suggeriert, Tesla-Fahrzeuge ließen sich tatsächlich ohne Menschenhand steuern.

Weder sei nach vorläufigen Untersuchungen im Unfall-Fahrzeug das Assistenzsystem eingeschaltet gewesen, erklärte Musk im Kurzmitteilungsdienst. Und selbst wenn, hätte es nicht funktioniert, da die Straße, auf der die beiden Männer (59 und 69 Jahre alt) bei hoher Geschwindigkeit in einer Kurve vor einen Baum fuhren, keine Linienbegrenzungen besitzt, die für die Orientierung des Auto-Piloten unabdingbar seien.

Auch habe der 80.000-Dollar-Wagen die Premiumstufe, das sogenannte „Full Self-Driving”-Paket (übersetzt: komplett selbstfahrend), nicht enthalten. Musks Reaktion sorgte für Aufsehen in den USA.

Tesla verlor nach Unfall stark an Wert

Sein Unternehmen Tesla, das an der Börse bis zu 3,4 Prozentpunkte einbüßte und mehrere Milliarden Dollar an Wert verlor, hatte bis dahin jede Auskunft zum Unfallgeschehen verweigert. Dabei war klar, dass der Konzern in Echtzeit Daten seiner Autos aufzeichnet, die auf die Sekunde genau festhalten, wann etwa vor einem Unfall zuletzt das Steuerrad betätigt wurde.

Die Polizei im zuständigen Harris County, die Tesla zeitnah einen Durchsuchungsbefehl zur Datensicherung zustellen will, hatte angegeben, dass man „zu fast 100 Prozent” sicher sei, dass bei dem Crash niemand am Steuer der komplett ausgebrannten Limousine gesessen habe. Ein Toter war demnach auf dem Beifahrersitz, der andere auf der Rückbank.

US-Unfall-Behörde untersucht den Unfall

Laut Tesla-Insidern wäre ein längeres führerloses Fahren gar nicht möglich gewesen. Sensoren meldeten, wenn der Fahrer für mehr als zehn Sekunden die Hände nicht am Lenkrad hat. Zunächst gebe es Warntöne. Danach schalte sich die Auto-Pilot-Funktion eigenständig ab. Gleichwohl ermittelt die zuständige US-Aufsichtsbehörde NHTSA nach eigenen Angaben in 27 Unfällen, bei denen Tesla-Assistenzsysteme eine Rolle spielten.

Die Unfall-Behörde NTSB entsandte zwei Experten nach Texas, die seit gestern Zeugen vernehmen und den Zwischenfall aufklären sollen. Elon Musk hatte Tesla erst Ende vergangener Woche für seine angeblich zehn Mal geringere Unfall-Bilanz im Vergleich zu Autos ohne Assistenzsysteme gelobt.

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