Impfstoff

EMA prüft neue mögliche Nebenwirkung bei Astrazeneca

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EMA untersucht Verbindung von Astrazeneca-Vakzin mit Kapillarlecksyndrom

EMA untersucht Verbindung von Astrazeneca-Vakzin mit Kapillarlecksyndrom

Die EU-Arzneimittelbehörde untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca und dem Kapillarlecksyndrom, wie sie in Amsterdam mitteilte. Es gehe um fünf Fälle der auch als Clarkson-Syndrom bekannten Gefäßerkrankung.

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Das Vakzin von Astrazeneca bleibt in der Kritik. Diesmal geht es um eine seltene Gefäßerkrankung. Die EMA prüft einen Zusammenhang.

Brüssel. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) geht neuen Hinweisen auf mögliche schwere Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. Es wird ein möglicher Zusammenhang zum Kapillarlecksyndrom, einer seltenen Gefäßerkrankung, untersucht, wie die EMA mitteilte.

Die EMA untersucht demnach fünf Fälle des Kapillarlecksyndroms, das auch als Clarkson-Syndrom bekannt ist. Bei der nur sehr selten auftretenden Erkrankung ist die Durchlässigkeit der Kapillargefäße zu hoch, sodass Plasma austritt und es zu Ödemen und einem Abfall des Blutdrucks kommt.

Zuletzt hatte sich die EMA mit einem möglichen Zusammenhang zwischen der Astrazeneca-Impfung und Dutzenden, teilweise auch tödlichen Fällen von Thrombosen befasst. Sie kam zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung das Risiko überwiege, und empfahl lediglich, Blutgerinnsel künftig als "sehr seltene Nebenwirkung" des Impfstoffes aufzuführen. In Deutschland wird der Astrazeneca-Impfstoff grundsätzlich nur noch an Menschen ab 60 Jahren verabreicht. Die Lage in anderen Ländern sieht mitunter ganz anders aus.

Das macht die EMA
Das macht die EMA

Johnson & Johnson in den Schlagzeilen

Astrazeneca ist allerdings im Moment nicht der einzige Impfstoff, der Schlagzeilen macht: Beim Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson prüft die EMA einen möglichen Zusammenhang zu vier schweren Thrombose-Fällen, darunter auch ein tödlicher.

Wie die EMA mitteilte, wurden drei der Thrombose-Fälle in den USA gemeldet und ein weiterer im Rahmen einer klinischen Studie an einem nicht näher genannten Ort. Ob es einen Kausalzusammenhang zwischen den Impfstoffen und den Erkrankungen gibt, ist der EMA zufolge sowohl bei Astrazeneca als auch bei Johnson & Johnson nicht geklärt.

Das Johnson & Johnson-Vakzin war Mitte März in der EU zugelassen worden, ist hier aber im Gegensatz zu den USA noch nicht im Einsatz. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Impfstoff ab dem 19. April geliefert wird.

Johnson & Johnson: Nur eine Spritze nötig

Insgesamt sollen im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als bei den anderen Vakzinen ist hier nur eine Impfspritze für einen umfassenden Schutz nötig.

In Deutschland werden bislang die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca genutzt. Nach der neuen Altersempfehlung für Astrazeneca hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) Geimpften unter 60 Jahren Anfang April ein anderes Vakzin für die Zweitimpfung empfohlen.

Eine solche Empfehlung wird die WHO einer Sprecherin zufolge vorerst nicht aussprechen. Die bisherigen Daten reichten für eine Empfehlung sogenannter Kreuzimpfungen nicht aus.

(mja/afp)

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