Reisen

Risiko- und Hochinzidenzgebiete: Das sind die Unterschiede

| Lesedauer: 4 Minuten
Tobias Eßer
Unterschied zwischen Risiko- und Hochinzidenzgebiet

Unterschied zwischen Risiko- und Hochinzidenzgebiet

Die Bundesregierung erklärt teilweise täglich neue Einreisebeschränkungen. Das unterscheidet sich bei der Einreise und Rückkehrern aus Risikogebieten oder Hochinzidenzgebieten.

Beschreibung anzeigen

Vor allem für Reisende sind die Unterschiede zwischen Risiko- und Hochinzidenzgebieten wichtig. Welche das sind, zeigt die Übersicht.

Berlin. 
  • In vielen europäischen Ländern steigen die Inzidenzen und die Corona-Fallzahlen
  • Wenn das Infektionsgeschehen vor Ort sehr hoch ist, stuft Deutschland Länder und Regionen als Risikogebiete oder Hochinzidenzgebiete ein
  • Was bedeuten diese Begriffe und was müssen Urlauber beachten? Alle Informationen in der Übersicht

Die Corona-Pandemie hat eine Vielzahl neuer Begriffe mit sich gebracht. Zwei davon sind vor allem für Reiserückkehrer wichtig geworden: Risikogebiete und Hochinzidenzgebiete.

Als solche stuft die Bundesregierung alle Länder und Regionen ein, in denen das Infektionsgeschehen ein besonders hohes Risiko darstellt. Risikogebiete und Hochinzidenzgebiete werden vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt (AA) und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) festgelegt.

Auf der Website des Robert-Koch-Instituts (RKI) gibt es eine Liste aller Risiko- und Hochinzidenzgebiete, die täglich aktualisiert wird.

Was ist ein Risikogebiet?

Ein Risikogebiet wird vom BMG in zwei Schritten definiert. Zunächst stellt das Ministerium fest, wo die Inzidenz in den letzten sieben Tagen höher als 50 lag. Im zweiten Schritt wird dann anhand mehrerer Kriterien geprüft, ob es in dem entsprechenden Gebiet ein erhöhtes Risiko gibt, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Relevant für diese Einschätzung sind zum Beispiel Rate der Neuinfektionen, die Rate der durchgeführten Tests oder die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Wichtig ist außerdem, ob ein Corona-Ausbruch vor Ort lokal begrenzt ist oder das ganze Gebiet betrifft. Für EU-Mitgliedstaaten bezieht sich das BMG dabei vor allem auf die nach Regionen aufgeschlüsselte Karte des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Seit 1. Juli gibt es keine generelle Reisewarnung für einfache Risikogebiete mehr. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen in Regionen mit einer Inzidenz unter 200 wird nur noch "abgeraten".

Was ist ein Hochinzidenzgebiet?

Im Gegensatz zum "einfachen" Risikogebiet sind die Infektionszahlen in Hochinzidenzgebieten noch einmal deutlich höher. Auch hier geht das BMG anhand der oben erklärten zwei Schritte an.

Entscheidend ist hier jedoch die Sieben-Tage-Inzidenz, die in Hochinzidenzgebieten in der Regel bei über 200 liegt.

Warum wird zwischen Hochinzidenz- und Risikogebieten unterschieden?

Das BMG erklärt die Gründe für die Unterscheidung in Hochinzidenz- und Risikogebiete auf seiner Website mit der besseren Risikoeinschätzung. Indem man Staaten und Gebiete anhand des Risikos für eine Infektion unterteilt, könne gerade dem besonders hohen Ansteckungsrisiko in Hochinzidenzgebieten besser begegnet werden.

Durch die Unterteilung soll die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland begrenzt und die schnelle Ausbreitung neuer Virusvarianten vermieden werden.

Was müssen Reisende aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten beachten?

Grundsätzlich gilt: Wer aus einem Risiko- oder Hochinzidenzgebiet nach Deutschland einreisen will, muss das über Portal einreiseanmeldung.de anmelden. Nach der Anmeldung bekommen alle Reisenden eine entsprechende Bestätigung, die mitgeführt und bei einer eventuellen Kontrolle durch das Beförderungsunternehmen oder bei einer Grenzkontrolle durch die Bundespolizei vorgezeigt werden muss.

Nach der Anmeldung gibt es jedoch Unterschiede bei der Einreise aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten. Wer aus einem Risikogebiet wieder nach Deutschland einreist, muss sich seit 13. Mai nicht mehr zwangsläufig für zehn Tage in Quarantäne begeben. Voraussetzung: Man legt einen negativen Corona-Test, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis vor.

Spätestens 48 Stunden nach Rückkehr aus einem Risikogebiet ist ein solcher Nachweis ohnehin Pflicht. Er wird ebenfalls auf dem Portal einreiseanmeldung.de hochgeladen.

Generelle Testpflicht bei Einreise aus Hochinzidenzgebieten

Bei der Einreise aus Hochinzidenzgebieten sind die Regelungen anders: Hier gilt eine generelle Testpflicht vor der Einreise nach Deutschland - egal mit welchem Verkehrsmittel sie erfolgt. Alternativ ist auch die Vorlage eines Impf- oder Genesenennachweises möglich.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet kommt, kann die zehntätige Quarantäne erst nach fünf Tagen durch einen negativen Corona-Test vorzeitig beenden. Kann man einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen, so ist dies auch früher möglich.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos