Paris. Tausende Menschen in Frankreich sprechen über ihre Missbrauchserfahrungen im Kindesalter. Die Regierung plant eine Gesetzesänderung.

Sei es der bekannte Schauspieler Richard Berry, der renommierte Politologe Olivier Duhamel, der Vorsitzende des französischen Filmförderfonds Dominique Boutonnat, der Fernsehproduzent Gérard Louvin oder der ehemalige Präsidentschaftskandidat François Asselineau - seit Jahresbeginn vergeht kaum ein Tag in Frankreich, ohne dass sich die Liste prominenter Personen verlängert, gegen welche die Justiz Ermittlungen wegen Inzest, Pädophilie oder sexueller Nötigung einleitet. Der Grund ist ein Aufstand der Opfer, die auf einmal und in ständig wachsender Zahl den Mut finden, ihre Missbrauchserfahrungen öffentlich zu machen oder gar Anzeige zu erstatten.