Messenger-Dienste

Statt WhatsApp: Ansturm auf Signal nach Empfehlung von Musk

Weil WhatsApp seine AGBs ändert, wechseln viele User zu alternativen Diensten. Ein Messenger hat jetzt sogar über 500 Millionen Nutzer.

WhatsApp-Änderungen: Mehr Daten gehen an Facebook

In Zukunft teilt der Messanger-Dienst WhatsApp Daten der Nutzer mit dem Mutterkonzern Facebook. Darunter sind Telefonnummer und auch Interaktionen der User.

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Palo Alto/Sankt Petersburg. 
  • Mit einer Änderung seiner AGBs hat WhatsApp viele Nutzer verärgert
  • Die Neuerung sieht vor, dass der Messenger-Dienst Nutzerdaten an seinen Mutterkonzern Facebook weitergeben darf
  • Nun wächst der Ansturm auf Signal, Threema, Telegram und Co. - nicht zuletzt wegen einer Empfehlung von Tesla-Gründer Elon Musk

Am 8. Februar sollten ursprünglich die neuen Nutzungsbestimmungen für WhatsApp in Kraft treten, nun werden sie wegen der großen Kritik erst am 15. Mai eingeführt. Durch die geänderten AGBs rücken die Messenger-App und ihr Mutterkonzern näher zusammen – so sollen WhatsApp und Facebook künftig Daten austauschen dürfen. Für Europa gilt das nicht, weil die DSGVO einen solchen Austausch verbietet.

Um ihre Daten in sicheren Händen zu wissen, suchen WhatsApp-Nutzer nun nach möglichen Alternativen zum Messenger. Empfehlungen kommen unter anderen vom reichsten Mann der Welt: Tesla-Gründer Elon Musk teilte seinen 41,9 Millionen Followern am Donnerstag über Twitter in aller Kürze mit: „Use Signal” („Nutzt Signal“).

Signal hat keinen Zugriff auf Nutzer-Daten

Signal ist eine kostenlose Messenger-App, die wie WhatsApp auf den meisten Smartphones funktioniert. Anders als der Marktführer gilt Signal wegen seiner automatischen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung als deutlich sicherer als WhatsApp. Die App finanziert sich über Spenden und wird von der gemeinnützigen Signal-Stiftung entwickelt.

Die Entwickler betreiben den Messenger nach dem Prinzip der sogenannten „Datensparsamkeit” – der Betreiber hat demnach keinerlei Zugriff auf Nutzerdaten.

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Signal verfünffacht Nutzerzahl innerhalb weniger Tage

Für Signal kam die Empfehlung von Elon Musk, aber auch jene vom prominenten Datenschutz-Aktivisten und Whistleblower Edward Snowden offenbar überraschend: Die Server des Messengers brachen unter dem Ansturm der Nutzer kurzzeitig zusammen.

Signal konnte seine Nutzerzahl innerhalb weniger Tage verfünffachen. Vor wenigen Tagen kam der Messenger noch auf knapp zehn Millionen Downloads, heute sind es knapp 50 Millionen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag über Twitter mit.

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Auch Telegram und Threema freuen sich über mehr Nutzer

Und auch andere WhatsApp-Konkurrenten verzeichnen einen deutlichen Nutzeranstieg. Der russische Messenger Telegram, der vom VKontakte-Gründer Pawel Durow ins Leben gerufen wurde, hat nach den Änderungen der WhatsApp-Nutzungsbedingungen über 500 Millionen Nutzer – die Anzahl der täglichen Downloads habe sich vervielfacht, teilte Telegram auf Twitter mit.

Auch die bekannteste WhatsApp-Alternative aus der Schweiz, der Messenger Threema, verzeichne einen „raketenhaften” Anstieg der täglichen Downloadzahlen. Das teilte das Unternehmen über Twitter mit. Und erinnerte seine Nutzer: „Wenn ihr für einen Service nicht bezahlt, seid ihr das Produkt, nicht der Kunde.” (tbe/raer)

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