Pandemie

Termin: So meldet man sich für die Corona-Impfung an

| Lesedauer: 7 Minuten
EMA hält an positiver Bewertung von Astrazeneca-Impfstoff fest

EMA hält an positiver Bewertung von Astrazeneca-Impfstoff fest

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hält an ihrer positiven Bewertung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca fest. Blutgerinnsel sollten aber als "sehr seltene Nebenwirkung" des Impfstoffs aufgeführt werden, teilte die EU-Behörde mit.

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Seit mehreren Monaten werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Doch wie kommt man an einen Termin für die Spritze?

Berlin. 
  • Seit Ende Dezember 2020 werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft
  • Mittlerweile wurden zwölf Prozent der Deutschen geimpft - etwa zehn Millionen Menschen
  • Wer als Erstes geimpft wird, ist durch eine Bundesverordnung festgelegt
  • Doch wie komme ich an einen Termin? Wir klären alle Fragen, wie Sie einen Impftermin in Deutschland vereinbaren

Für viele ist sie das Licht am Ende des Pandemietunnels: die lang ersehnte Impfung gegen das Coronavirus. Am 27. Dezember hat die Impfkampagne in Deutschland begonnen. Seither werden die Vakzine von Biontech und Moderna verabreicht. Einige Wochen später erhielt auch der Astrazeneca-Impfstoff seine EU-Zulassung. Mitte April soll nun auch der Impfstoff von Johnson & Johnson zum Einsatz kommen.

  • Nach Daten des Robert Koch-Instituts wurden bundesweit bisher 10.800.637 Menschen geimpft (Stand: 8. April).
  • Davon haben 4.633.859 bereits den vollen Impfschutz durch eine Zweitimpfung. Das entspricht einer Quote von 5,6 Prozent.

Da die Anzahl an Impfdosen in Deutschland noch begrenzt ist, wird die Verteilung streng durch eine Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums geregelt. Zuerst sind besonders gefährdete Menschen an der Reihe. Noch werden vor allem Menschen über 70 sowie Mitarbeiter mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft, dazu zählen nicht nur Mitarbeiter des Gesundheitssystems, sondern beispielsweise auch Lehrer.

Spahn: Würde mich mit Astrazeneca impfen lassen
Spahn: Würde mich mit Astrazeneca impfen lassen

Durch die aktualisierte Empfehlung für den Impfstoff von Astrazeneca, werden nun ebenfalls Menschen zwischen 60 und 69 Jahren geimpft. Wegen einer minimalen Häufung von Sinusvenenthrombosen bei jüngeren Patienten nach der Impfung wird das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers nur noch an Über-60-Jährige verabreicht.

Wie viele Termine braucht man für die Corona-Impfung?

Für drei der derzeit zugelassenen Vakzine sind zwei Impfungen in einem Abstand von mehreren Wochen notwendig. Meist besteht erst sieben Tage nach der zweiten Spritze der angestrebte vollständige Immunschutz, heißt es in einem Informationsschreiben des Robert Koch-Instituts (RKI).

Um sicherzugehen, dass die Impfung ordnungsgemäß erfolgt, ist es sinnvoll, direkt beide Termine zu vereinbaren. Für den neu zugelassenen Impfstoff von Johnson & Johnson ist allerdings nur eine Dosis vonnöten.

Termin für die Corona-Impfung: Wie kriegt man ihn in welchem Bundesland?

In den Ländern kann leicht von der bundesweit geltenden Impfverordnung abgewichen werden. Zudem können die Bundesländer innerhalb der drei Impfgruppen eine weitere Reihenfolge festlegen. Bundesweit impfen seit dem 7. April auch Hausärzte gegen das Coronavirus. Aufgrund begrenzter Impfdosen-Lieferungen sollten sich Impf-Interessenten zeitnah mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzten. Wie man die für die Impfung nötigen Termine in Impfzentren bekommt, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Der Überblick:

  • Baden-Württemberg: Termine für Zentrale Impfzentren (ZIZ) können über die Impftermin-Servicehotline des Landes vereinbart werden, die über die Rufnummer 116 117 erreichbar ist. Anmeldungen sind auch über die Webseite www.116117.de und eine gleichnamige App möglich. Laut Landesregierung sollen Impf-Interessenten selbst bei Terminen in Impfzentren vorher mit ihren Hausärzten abklären, ob sie zur Risikogruppe gehören, die zuerst geimpft wird.
  • Bayern: Hier sind die einzelnen Impfzentren für die Terminvergabe zuständig. Über ein Online-Registrierungssystem können sich Impfberechtigte anmelden. Auch über die Rufnummer 116 117 wird man mit dem zuständigen Impfzentrum verbunden.
  • Berlin: In der Hauptstadt kann ein Termin vereinbart werden, nachdem man eine schriftliche Einladung per Brief durch den Berliner Senat bzw. durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung bekommen hat. Darin befinden sich alle Informationen zum weiteren Vorgehen. Eine Terminvergabe erfolgt hier explizit nicht über die Wahl der Nummer 116 117.
  • Brandenburg: Alle Impfberechtigten erhalten in dem Bundesland ein Infoschreiben mit einer Sonderrufnummer zur individuellen telefonischen Terminvereinbarung. Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren, die den Priorisierungsstufen 1 und 2 angehören, vereinbaren ihre Impftermine online.
  • Bremen: In Bremen bekommen Personen, die eine Impfung erhalten dürfen, eine Einladung zur Terminvereinbarung per Post.
  • Hamburg: Die Terminvergabe in der Hansestadt erfolgt über ein Einladungssystem. Impfberechtigte werden informiert. Danach können sie telefonisch unter 116 117 oder online ein Datum vereinbaren.
  • Hessen: Über die Telefonnummer 0611 505 92 888, die 116 117 oder die Webseite impfterminservice.hessen.de können Termine gebucht werden.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Berechtigte erhalten einen Brief von den Behörden. Über das Callcenter unter der Nummer 0385 20271115 können Impftermine vereinbart werden. Mittlerweile kann man das auch über ein Online-Buchungssystem machen.
  • Niedersachsen: In Niedersachsen können Termine für die Corona-Impfung in 50 Impfzentren über die Rufnummer 0800 9988665 vereinbart werden. Auch über die Webseite www.impfportal-niedersachsen.de sind Termine buchbar.
  • Nordrhein-Westfalen: Eine Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfung in Impfzentren kann über www.116117.de erfolgen sowie der Rufnummer 116 117. Bewohner der Regionen Nordrhein und Rheinland können auch die Rufnummer 0800 116117-01 wählen. Für Bürger aus Westfalen-Lippe gilt die 0800 116117-02.
  • Rheinland-Pfalz: Die Terminvergabe kann entweder telefonisch über die Nummer 0800 57 58 100 oder über die Internetseite www.impftermin.rlp.de. erfolgen. Dort werden zwei Impftermine in einem Impfzentrum in der Nähe vereinbart.
  • Saarland: Im Saarland können Termine für die Corona-Impfung in einem Impfzentrum über die telefonischen Hotlines 0681 5014422 und 0800 9991599 sowie über www.impfen.saarland.de vergeben.
  • Sachsen: Die Terminvergabe für die Corona-Schutzimpfung erfolgt online unter www.sachsen.impfterminvergabe.de. oder über die Hotline 0800 0899 089.
  • Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt können Termine können unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 sowie online unter www.impfterminservice.de gebucht werden. Bewohner Magdeburgs können direkt unter www.magdeburg.de/Impfen einen Termin ausmachen.
  • Schleswig-Holstein: Im hohen Norden gibt es ebenfalls zwei Wege, um einen Termin für die Corona-Schutzimpfung zu vereinbaren: Entweder online über die Webseite www.impfen-sh.de oder telefonisch über die 116 117. Über 80-Jährige haben ein Schreiben mit einer Telefonnummer und einem persönlichen Pin-Code zugeschickt bekommen, mit dem sie telefonisch einen Termin ausmachen können.
  • Thüringen: Über www.impfen-thueringen.de können Termine und Folgetermine ausgemacht werden. Außerdem ist die Terminvergabe über die Telefonnummer 03643 4950490 möglich - allerdings nur für Impfberechtigte.

Corona-Impfung ohne Termin – geht das?

Nein, man braucht für die Corona-Impfung aktuell einen Termin. Einfach zum Impfzentrum zu gehen und darauf zu hoffen, an die Reihe zu kommen, ist deshalb sinnlos. Ein konkreter Termin, an dem es für breite Teile der Bevölkerung möglich sein wird, sich impfen zu lassen, steht noch nicht fest.

(raer/day/bml)

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