Spanien

Niedrige Corona-Zahlen: Kanaren kein Risikogebiet mehr

| Lesedauer: 4 Minuten
Ralph Schulze
Das sind die kanarischen Inseln

Das sind die kanarischen Inseln

Die Inselgruppe vor der afrikanischen Westküste zählt zu den beliebtesten Urlaubsorten Europas. Hier kommen Wanderer und Strandgänger auf ihre Kosten.

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Die Reisewarnung für die kanarischen Inseln ist wegen niedriger Inzidenzen aufgehoben. Nun hofft die Tourismusbranche auf Urlauber.

Las Palmas. 
  • Die kanarischen Inseln sind für viele deutsche Touristen das Urlaubsparadies schlechthin
  • Wegen niedrigen Corona-Zahlen gelten die Kanaren nun nicht mehr als RKI-Risikogebiet
  • Bei der Einreise ist für Urlauber trotzdem einiges zu beachten

Die Kanaren gelten nicht mehr als Risikogebiet des Robert Koch-Instituts (RKI). "Das ist eine wunderbare Nachricht für die Inseln", freut sich Ángel Víctor Torres, der Ministerpräsident der Kanarischen Inseln. Und seine Tourismusministerin Yaiza Castilla zeigt sich zuversichtlich, dass die Urlauber nun in großer Zahl auf die Inselgruppe im Atlantik zurückkehren werden. Anlass für den Optimismus ist, dass die Infektionskurve auf den Kanaren stark gesunken ist. Das öffentliche Leben in diesem Ferienparadies, eines der meistbesuchten Urlaubsziele Europas, normalisiert sich wieder – und immer mehr Reisebeschränkungen fallen.

Deutschland belohnte die vergleichsweise gute Corona-Entwicklung auf der spanischen Inselgruppe mit der Ankündigung, dass die Kanaren nun nicht länger als Risikogebiet eingeordnet werden. Die kanarischen Hoteliers jubeln über diese Nachricht, denn Deutschland ist nach Großbritannien der zweitwichtigste Reisemarkt für dieses Paradies, das vier bis fünf Flugstunden von den zentraleuropäischen Hauptstädten entfernt liegt. Im vergangenen Jahr kamen knapp 900.000 Inselbesucher aus Deutschland – das waren rund 25 Prozent aller ausländischen Besucher.

Corona-Inzidenz auf den Kanaren schon seit Ende April unter 50

Die 7-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 39 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner. Bereits seit Ende April befindet sich die wöchentliche Fallhäufigkeit auf der Inselgruppe unter dem Grenzwert von 50. Ab dieser Barriere kann das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) eine Region als Risikozone einordnen.

Das RKI hatte die Kanaren am 20. Dezember 2020 auf die Liste der Risikogebiete genommen. Danach knickte das Urlaubsgeschäft auf den Inseln, die wegen des immer milden Klimas besonders gerne in den Wintermonaten besucht werden, stark ein. Von Januar bis März 2021 kamen nur noch 280.000 ausländische Urlauber – 90 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Kanarische Inseln: Tourismusbranche hofft auf Reisende

Nun kann die Tourismusbranche also wieder hoffen. Das durchschnittliche Infektionsgeschehen auf diesen spanischen Inseln sieht inzwischen sehr viel besser aus als zum Beispiel in Deutschland,Österreich, Luxemburg oder in der Schweiz.

Allerdings ist die Lage noch nicht auf allen sieben Inseln im grünen Bereich: Lanzarote und El Hierro liegen noch über dem wöchentlichen Risikogrenzwert von 50 Infektionsfällen. Auch auf Teneriffa und Fuerteventura ist die Fallhäufigkeit weiterhin im Grenzbereich. Nur auf Gran Canaria, La Palma und La Gomera sind die Ansteckungswerte inzwischen weit unter der Risikogrenzmarke.

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La Palma: Besonders niedrige Inzidenz auf der beliebten Insel

Auf La Palma zum Beispiel, die wegen ihres unglaublichen Naturreichtums auch den Beinamen "Die schöne Insel" hat, liegt die 7-Tage-Inzidenz inzwischen bei nur noch 8 Fällen pro 100.000 Einwohner. Diese wilde Vulkaninsel, die mit einsamen Stränden, Schluchten und urwaldähnlichen Farnwäldern lockt, ist ein Paradies für Naturliebhaber. Vor der Küste tummeln sich die Delfine und Wale. Nachts funkeln die Sterne, wie sonst nirgendwo – deswegen stehen auf den Vulkangipfeln La Palmas die wichtigsten astronomischen Observatorien Europas.

Inzwischen ist die Gastronomie auf den Kanaren ohne größere Einschränkungen wieder geöffnet. Auch wenn die pro Tisch erlaubte Personenzahl noch begrenzt ist. Je nach Infektionslage dürfen zwischen vier und zehn Gäste an einem Tisch sitzen. In den Innenräumen müssen – wegen des höheren Infektionsrisikos – alle Gäste ihre Personalien hinterlassen. Die Lokale schließen zwischen 23 und 24 Uhr. Die nächtliche Ausgangssperre ist weggefallen.

Touristen müssen bei Kanaren-Einreise Test vorweisen

Obwohl sich die Lage auf allen Inseln verbessert hat, müssen ausländische Touristen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorweisen. Zudem muss man sich vor Reisebeginn im "Spain Travel Health Portal" registrieren. Auch vor der Rückkehr in das Heimatland muss unter Umständen wieder ein negativer Test vorgewiesen werden. Im Falle Deutschlands sind davon aber inzwischen Personen ausgenommen, die einen vollständigen Impfschutz oder eine Covid-19-Genesung nachweisen. (ze)

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