Raumfahrt

Elon Musks Triumph: In der Recycling-Rakete ins Weltall

| Lesedauer: 3 Minuten
Jonas Erlenkämper
SpaceX-Rakete mit vier Astronauten zur ISS gestartet

SpaceX-Rakete mit vier Astronauten zur ISS gestartet

Eine SpaceX-Rakete des Unternehmers Elon Musk ist von Florida aus zur Raumstation ISS aufgebrochen. An Bord sind vier Menschen, drei Nasa-Astronauten und ein japanischer Raumfahrer. Laut Nasa verlief der Start ohne Probleme.

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Vier Astronauten starten mit neuem SpaceX-Raumschiff. Die Nasa ist nicht mehr von Russland abhängig. Die Abhängigkeit kratzte am Ego.

Cape Canaveral.  Elon Musk führt die Raumfahrt in eine neue Ära, und das wird schon am Design deutlich. Nichts soll daran erinnern, dass Amerikaner mangels eigener Shuttles jahrelang auf Mitfluggelegenheiten der Russen angewiesen waren, wenn sie ins All wollten.

Damit ist dank der neuen Dragon-Rakete von Musks privatem Raumfahrtunternehmen SpaceX Schluss: In den Sojus-Kapseln saßen die Raumfahrer beengt beieinander und steuerten das Fluggerät mithilfe Dutzender Kippschalter. Dieser Mechanikmief ist verschwunden: Das halbwegs komfortable SpaceX-Shuttle verfügt über große Touchscreen-Bildschirme.

Der streitbare Technikunternehmer Musk (49), der auch an der Spitze des E-Auto-Herstellers Tesla steht, dürfte trotz einer mutmaßlichen Corona-Infektion in Feierlaune sein: Sein Raumschiff „Crew Dragon“ ist erstmals für eine reguläre, bemannte Mission ins Weltall gestartet. Lesen Sie hier: Tesla baut Fabrik bei Berlin: Kampfansage an Elon Musk

SpaceX: „Crew 1“ startete an der Spitze einer „Falcon 9“-Rakete

Die Kapsel hob mit „Crew 1“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab und soll am späten Montagabend (Ortszeit) nach mehr als 27 Stunden Flug an der Internationalen Raumstation ISS andocken.

An Bord eine erfahrene vierköpfige Besatzung : die US-Astronauten Michael Hopkins (51) als Kommandant, Victor Glover (44) und Shannon Walker (55) sowie der Japaner Söichi Noguchi (55). Sie sollen sechs Monate auf der ISS leben.

Musk hat von diesem Tag geträumt, seit er SpaceX vor 18 Jahren gegründet hat, um den Weltraum zu kommerzialisieren. Sein angedachtes Geschäftsmodell : Indem das Unternehmen auf wiederverwendbare Raketen und Raumflugkapseln setzt, sollen touristische Ausflüge ins All erschwinglich werden – jedenfalls für die Multimillionäre und Milliardäre dieser Welt. Mehr zum Thema: Amazon-Chef will auf den Mond – Bezos stellt Landefähre vor

Die Astronauten starteten an der Spitze einer „ Falcon 9 “-Rakete, deren erste Stufe nach knapp zehn Minuten wie geplant zur Erde zurückkehrte und auf einer schwimmenden Plattform landete. Allein das ist ein großer Erfolg für SpaceX und wurde vom gewählten US-Präsidenten Joe Biden gewürdigt. Der Start sei ein Beleg für die Kraft der Wissenschaft, jubelte er auf Twitter.

Die Russen werfen Elon Musk „Preisdumping“ vor

Für die US-Raumfahrt endet ein unrühmliches Kapitel. Dass die Amerikaner zu ihrem wohl teuersten Bauwerk, der Raumstation, keinen Zugang mehr hatten, seit die Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte ab 2011 aus Kostengründen eingemottet hatte, empfanden viele All-Enthusiasten als Schmach.

Die Russen nehmen es jedoch nicht einfach hin, dass die Amerikaner wieder selbst in den Orbit streben. Auch sie wollen nun günstigere Raketen entwickeln. Lesen Sie hier: China greift nach dem Mars – unbemannte Mission gestartet

Dies, giftete der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos , Dmitri Rogosin, in Richtung Musk, sei eine Reaktion „auf das Preisdumping amerikanischer Unternehmen, die aus dem US-Haushalt finanziert werden“.

Die Erfolgsgeschichte von Elon Musk
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