Raubtier

Hai-Attacke im Touristenparadies Scharm El-Scheich

Vor der ägyptischen Küste hat ein Hai mehrere Menschen angegriffen. Ein zwölfjähriger Junge verlor ein Arm, ein Tourführer ein Bein.

Scharm El-Scheich ist ein Sehnsuchtsort für Schnorchler.

Scharm El-Scheich ist ein Sehnsuchtsort für Schnorchler.

Foto: iStockphoto/Marina113 / iStockphoto

Scharm El-Scheich. Sie wollten einen sonnigen Tag am Meer verbringen und erlebten den Alptraum eines jeden Badeurlaubers: Eine verheerende Attacke beunruhigt Touristen im ägyptischen Urlaubsparadies Scharm El-Scheich. Vor der Küste des auch bei Deutschen beliebten Städtchens sind zwei Schnorchler einem Raubtier zum Opfer gefallen. Ein Hai biss einem zwölfjährigen Jungen einen Arm ab, ein Tourführer verlor ein Bein.

Wie die ägyptischen Behörden mitteilten, ereignete sich der Angriff bereits am Sonntag. Zwei Touristen aus der Ukraine – eine Mutter und ihr Sohn – unternahmen einen Bootsausflug in den für seine Korallenriffe und Schiffswracks bekannten Ras-Mohammed-Nationalpark. Dem ägyptischen Umweltministerium zufolge schwammen sie zusammen mit anderen Schnorchlern im Roten Meer, als sie von einem zwei Meter langen Weißspitzen-Hochseehai angegriffen wurden.

Der Junge und der ägyptische Tourführer wurden schwer, die Mutter des Kindes wurde leicht verletzt. Die anderen Mitglieder der Gruppe schafften es, sich im seichten Umfeld eines nahen Riffs in Sicherheit zu bringen. Retter brachten die Verletzten in ein Krankenhaus. Der Zwölfjährige befinde sich auf der Intensivstation, teilte die ukrainische Tourismusbehörde mit. Er sei operiert worden, seinen Arm hätten die ägyptischen Ärzte aber nicht mehr retten können.

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Mehrere Hai-Attacken vor Ägyptens Küste in den vergangenen Jahren

Ist es für Touristen in Scharm El-Scheich überhaupt ratsam, im Meer zu baden? Hai-Angriffe vor Ägyptens Küste sind zwar selten, kommen aber immer wieder vor. 2018 wurde eine tschechische Touristin bei Marsa Alam getötet, 2010 starb eine Deutsche. In den letzten Jahren gab es zudem mehrere Angriffe, bei denen die Opfer mit teils schweren Bisswunden überlebten.

Üblicherweise jagen Hochseehaie weit draußen Thunfische und Makrelen. Doch durch die Überfischung wird ihre Nahrung knapp, die hungrigen Tiere kommen näher an die Küsten. Das Problem wird dadurch verschärft, dass Schiffscrews illegalerweise Köder ins Wasser werfen, um große Haie zur Unterhaltung der Touristen anzulocken.

Die Behörden sperren vorsichtshalber den Nationalpark

Die Inhaber der zahlreichen Tauchschulen in Scharm El-Scheich ahnen, dass der erneute Hai-Angriff nachwirken wird. Die wegen ihrer Sandstrände und des klaren Meerwassers beliebte 35.000-Einwohner-Stadt auf der Sinai-Halbinsel ist eines der wichtigsten Urlaubsziele Ägyptens. Im Zuge der Corona-Pandemie kriselt der Tourismus ohnehin, bereits in den vergangenen Jahren waren die Besucherzahlen infolge von Terroranschlägen eingebrochen.

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Nun hat Ägypten Touristen den Zutritt zu Teilen des Ras-Mohammed-Nationalparks verboten. Zu groß ist die Sorge, dass der Hai erneut angreift. In sozialen Medien haben die Behörden eigenen Angaben zufolge ein Video entdeckt, das von einem Tauch-U-Boot aufgenommen wurde und einen weiblichen, sich ungewöhnlich aggressiv verhaltenden Hai zeigen soll. Die offiziellen Stellen gehen davon aus, dass es dieses Tier war, das dem Jungen den Arm abgebissen hat.

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