Merkwürdige Dinge geschehen in den Wochen vor der US-Wahl. Plötzlich löschen Facebook und seine Tochter Instagram die Konten rechter Märchenvereine. Wie kann das sein? Jahrelang hatte Konzernchef Mark Zuckerberg erklärt, dass das Verbreiten hetzerischer Lügen vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt sei. Besonders wüst wütete die QAnon-Sekte, die mit ihrem Raunen von einer Verschwörung liberaler Eliten Zulauf gewann, auch von deutschen Kreuz- und Querdenkern. Botschaft: Nur Donald Trump kann die Welt retten.
Die Untergangs-Prophezeiungen im Zeichen des Q erweisen sich als ähnlich unzutreffend wie Nostradamus’ wolkige Prognosen. Warum aber werden die Spinner jetzt entfernt?
Vor vielen Jahren hatten im Silicon Valley ein paar sehr reiche und sehr bizarre Herrschaften einen Plan geschmiedet: im Schatten der Bühnenshow von Marionette Trump mit digitalen Mitteln die US-Demokratie töten. Viele Vertreter der Tech-Branche hängen dem Solutionismus an, sind also überzeugt, dass nur Technik die Menschheit von ihren ökonomischen, sozialen, gesundheitlichen, psychischen Sorgen befreien kann, vor allem aber vom Joch der Demokratie, die im Silicon Valley seit langem als überholtes Betriebssystem gilt.


