- Nach seiner Infektion mit dem Coronavirus wurde Donald Trump mit dem Medikament Dexamethason behandelt
- Das Mittel wird eigentlich nur bei schwer erkrankten Corona-Patienten eingesetzt, bei milderen Verläufen kann es sogar stärkere Symptome auslösen
- Doch die Liste der möglichen Nebenwirkungen ist lang
Nur rund eine Woche nach seiner Infektion mit dem Coronavirus geht es Donald Trump scheinbar wieder gut. Der US-Präsident ist zurück im Weißen Haus – und seit seiner Rückkehr auch wieder mitteilsamer auf Twitter. Immer wieder betont er, wie gut es ihm gehe. Experten führen die vermeintlich schnelle Genesung des 74-Jährigen vor allem auf die Einnahme zahlreicher Medikamente zurück.
Neben Antikörper-Cocktails, dem Mittel Remdesivir und zahlreichen Vitaminen nimmt Trump auch das Medikament Dexamethason ein. Ein Blick auf den Beipackzettel dieses Mittels zeigt, dass Trump bei seiner Medikation offenbar recht relativ risikofreudig ist. Lesen Sie hier: Dexamethason gegen Corona – WHO sprach von Durchbruch.
Dexamethason: Das sind die häufigen Nebenwirkungen des Medikaments
Laut Packungsbeilage treten bei Dexamethason unter anderem die folgenden Nebenwirkungen häufig auf:
- euphorische Stimmung
- Hyperaktivität
- Störung der Aufmerksamkeit
- eingeschränktes Erinnerungsvermögen
- Verwirrtheitszustand
- Reizbarkeit
- Nervosität
- Depression
- Angst
- Aggression
- Stimmungsänderung
Dexamethason gehört zu den wichtigsten Arzneistoffen, die eingesetzt werden, um das körpereigene Immunsystem zu unterdrücken und Entzündungen im Körper zu bekämpfen. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten Kortikoide – auch bekannt als „Kortison“ – die wegen ihrer starken Nebenwirkungen häufig nur eingeschränkt verordnet werden.
Corona: Virologin hält Einsatz von Dexamethason bei Trump für fragwürdig
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) befürwortet den Einsatz von Dexamethason bei Covid-19-Patienten mit Sauerstoffgabe oder künstlicher Beatmung. Die Virologin Sandra Ciesek analysierte in der neuen Podcast-Folge des „Coronavirus-Update“ Trumps Corona-Medikamente und betonte, dass sie die Verabreichung von Dexamethason an Trump für fragwürdig hält.
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Der Entzündungshemmer „gilt heute als erste Wahl bei schweren Fällen mit Covid-19 – genauer gesagt bei Patienten, die beatmet werden müssen“, sagte Ciesek. Dexamethason käme deshalb eigentlich erst in der Spätphase bei Patienten auf der Intensivstation zum Einsatz und habe keine Wirkung auf Patienten, die nicht beatmet werden müssen.
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In diesem Falle könne das Medikament laut der Virologien sogar konträr wirken. „Wenn man den Wirkstoff in der Frühphase einer Erkrankung einsetzt und das Immunsystem blockt, könnte man sogar provozieren, dass die Erkrankung schwerer verläuft als ohne das Medikament.“ Trumps Einnahme von Dexamethason einen Tag vor seiner Entlassung irritiere daher viele Menschen.

Donald Trump: Wie geht es dem US-Präsidenten wirklich?
Trumps Leibarzt Sean Conley machte in den Tagen nach Bekanntwerden von Trumps Infektion widersprüchliche Angaben zum Gesundheitszustand des Präsidenten: Er hatte zunächst geleugnet, Trump sei auf eine Sauerstofftherapie angewiesen gewesen. Erst am Sonntag bestätigte Conley, dass die Sauerstoffwerte des Präsidenten am Freitagmorgen gefallen seien. Dennoch verließ Donald Trump am Montag das Krankenhaus.
Der US-Präsident inszeniert sich seither zwar als fit, in Videos ist jedoch zu sehen, wie er nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus schwer atmet. Experten machen immer wieder darauf aufmerksam, dass Donald Trump durchaus noch einen Rückfall erleiden könnte.
Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci, Chefberater des US-Präsidenten in der Corona-Krise, deutete an, man müsse noch etwas abwarten, um sichere Aussagen treffen zu können. In einem Interview mit dem Sender CNN sagte er, Trump sei noch in einem relativ frühen Stadium der Erkrankung. „Es ist kein Geheimnis, dass, wenn man den klinischen Verlauf von Menschen ansieht, sie manchmal nach fünf bis acht Tagen einen Rückfall erleiden“, sagte Fauci. „Die Ärzte sollten das im Hinterkopf haben.“
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