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Manische Episode? Kanye West pinkelt auf seinen Grammy-Award

US-Rapper Kanye West hat schon länger psychische Probleme. Nun postete er ein Video, in dem er offenbar auf seinen Grammy uriniert.

Schluss für "Keeping Up with the Kardashians"

Die weltweit erfolgreiche Reality-Serie über das Leben der Familie Kardashian wird im nächsten Jahr eingestellt. Durch "Keeping Up with the Kardashians" gelangte die ganze Familie zu Berühmtheit - und sehr viel Geld.

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Berlin. Vor etwas mehr als einem Jahr äußerte sich US-Rapper und Musikproduzent Kanye West in der Netflix-Talkshow von David Letterman über seine psychische Erkrankung. Bei ihm sei eine bipolare Störung diagnostiziert worden, erklärte West (43) dort – eine Erkrankung, die sich durch manische und depressive Stimmungsschwankungen auszeichnet. Dadurch habe er schlimme Schübe, in denen er Verschwörungen gegen sich wittere.

Auch am Mittwoch sah es so aus, als gehe der Ehemann von Kim Kardashian erneut durch eine solche Phase. In einer Masse an Tweets teilte er sensible Daten mit der Welt – und ein merkwürdiges Video.

In dem auf Twitter geposteten, acht Sekunden langen Clip liegt ein Grammy-Award in einer Kloschüssel und wird von einem Urinstrahl getroffen. Sowohl der Preis als auch der Strahl scheinen von West zu sein. Rechts im Bild sieht man zudem ein Paar Schuhe aus Wests „Yeezy“-Kollektion mit Adidas. „Glaubt mir“, schrieb West über das Video, „ich werde nicht aufhören“. Es ist der Höhepunkt einer tagelangen Tirade.

Kanye West bezeichnete die Musikindustrie als moderne Sklaverei

Kurz zuvor hatte der Rapper und Designer bereits eine Reihe wirrer Nachrichten und vertraulicher Informationen auf seinem Twitter-Account geteilt – unter anderem über die 100 Seiten aus seinem Vertrag mit einem mittlerweile aufgelösten Plattenlabel aus der Universal Music Group (UMG). „Hier sind meine zehn Universal Verträge“, hatte er zuvor angekündigt. „Jeder Anwalt dieser Welt sollte sich diese anschauen.“ Zudem bezeichnete der Rapper die Musikindustrie mehrmals als moderne Sklaverei.

Bereits am Montag hatte West seinen vermeintlichen Befreiungskampf gegen die Musikindustrie und die sogenannten „Major Labels“ begonnen, zu denen auch UMG gehört. Er wolle nicht, dass seine Leute versklavt werden, hatte er unter anderem geschrieben: „Die Musikindustrie und die NBA sind die Sklavenschiffe der heutigen Zeit. Ich bin der neue Moses.“ In der Bibel befreite Moses das Volk der Israeliten nach einem Auftrag Gottes aus der Sklaverei.

Kanye West: Psychische Erkrankung hat ernste Folgen

Immer wieder hat Kanye West solche öffentlichen Ausbrüche, in denen er massenhaft und sehr emotional twittert. Bei seinem Besuch in der Letterman-Sendung auf Netflix erklärte er im vergangenen Jahr, er bekomme für solche Episoden viel Aufmerksamkeit, werde aber gleichzeitig nicht ernstgenommen und als „verrückt“ abgetan.

„Ich bin überzeugt, die Regierung implantiert Chips in deinen Kopf. Ich bin überzeugt, dass man mich filmt und überwacht“, beschrieb West seine Gedanken während solcher Schübe. „Ich rede mir dann ein, dass alle mich töten wollen. Ich vertraue niemandem mehr.“

Dabei haben Wests vermeintlich wirre Episoden auch reale Konsequenzen. Wests Musikkarriere scheint auf Eis zu liegen, versprochene Veröffentlichungen blieben zuletzt aus oder kamen erst viel später. 2016 musste West eine Tour abbrechen, weil er nach einem „psychiatrischen Notfall“ ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Im Frühsommer kündigte West dann an, für die US-Wahl im November kandidieren zu wollen. Bei einem Wahlkampfauftritt in South Carolina brach er schließlich in Tränen aus. Nach dem Vorfall und mehreren verpassten Anmeldefristen schien West seinen Plan zuletzt revidiert zu haben. Zuvor hatte er immer wieder Präsident Donald Trump unterstützt und diesen sogar im Weißen Haus besucht. Auch dafür gab es Kritik.

Kanye West: Ehefrau Kim Kardashian bat um Mitgefühl

Über all dem und vor dem Hintergrund seiner psychischen Erkrankung steht tatsächlich immer auch die Frage, inwiefern Wests Aussagen während der Ausbrüche für voll genommen werden können. In sozialen Medien scheint der Rapper bei vielen Nutzern und Nutzerinnen für Belustigung zu sorgen.

Doch erst im Juli bat Wests Ehefrau Kim Kardashian öffentlich um mehr Verständnis für seine psychische Gesundheit. „Er ist ein brillanter, aber komplizierter Mensch, der neben dem Druck, Künstler und Schwarzer zu sein, den schmerzhaften Verlust seiner Mutter erlebt hat und mit dem Druck und der Isolation umgehen muss, die seine bipolare Störung verstärkt“, schrieb Kardashian auf ihrem Instagram-Account. Mehr dazu: Kanye West – Was steckt hinter seinem seltsamen Verhalten?

Viele prominente Kolleginnen und Kollegen unterstützten diesen Aufruf. So schrieb Sängerin Demi Lovato unter den Post: „Es wäre besser, wenn die Leute für eine psychisch erkrankte Person beten würden, statt nur Memes zu erstellen“. Und vermutlich wäre West mit etwas Empathie tatsächlich mehr geholfen als einem weiteren Witz über sein Verhalten. (reb)

Psychische Gesundheit: Mehr zum Thema

Psychische Erkrankungen betreffen die gesamte Gesellschaft. So will Spahn die Versorgung für psychisch Kranke verbessern. In Deutschland haben besonders junge Menschen Probleme mit ihrer psychischen Gesundheit: Einer Studie zufolge sind viele junge Leute in Behandlung. Doch selbst Kinder können Anzeichen und ausgeprägte Störungen aufweisen. Report: Jedes vierte Schulkind ist psychisch auffällig.

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