Klima

Methan-Austritt in Antarktis: Forscher „unglaublich besorgt“

Forscher stoßen das erste Mal auf ein aktives Methan-Leck in der Antarktis – und warnen eindringlich vor den Folgen für das Klima.

Klimawandel könnte Eisbären bis 2100 aussterben lassen

Durch den Klimawandel könnten Eisbären bis zum Jahr 2100 in freier Wildbahn ausgestorben sein. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Zeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlicht wurde.

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Berlin. Es ist ein Horrorszenario für unsere Umwelt: Aus Unterwasserspeichern oder Permafrostböden austretendes Methan, dass den Treibhauseffekt multipliziert und somit eine unkontrollierbare Klima-Kettenreaktion auslöst. Wissenschaftler haben nun das erste aktive Leck im Meeresboden der Antarktis entdeckt.

Auf das austretende Methan stießen die Forscher ihrem in der Wissenschaftszeitschrift „Royal Society B.“ veröffentlichten Bericht zufolge im antarktischen Rossmeer, geografisch südöstlich von Neuseeland gelegen. Zuerst entdeckt wurde das Leck bereits im Jahr 2011 – zufällig. Für erste Untersuchungen kehrten die Forscher erst fünf Jahre später zurück.

Forscher: Austretendes Methan „unglaublich besorgniserregend“

Ihre Ergebnisse bestätigen jedoch nicht nur die Präsenz von Methan im antarktischen Meeresboden, sondern dämpfen zugleich die Hoffnung auf ein natürliches Gegenmittel: Mikroben, die das Treibhausgas aufnehmen und verbrauchen. Denn zum einen hätten sich an dem Methan-Leck erst nach fünf Jahren kleine Mengen der Mikroben angesiedelt, zum anderen ließen sie das Methan dennoch entweichen.

„Es sind keine guten Nachrichten. Es dauerte mehr als fünf Jahre, bis sich die Mikroben zeigten, und selbst dann trat immer noch Methan schnell aus dem Meeresboden aus“, sagte der Forschungsleiter, Andrew Thurber von der amerikanischen Oregon State University, dem englischen „Guardian“. Die zeitliche Verzögerung bei der Ansiedlung der Mikroben sei die wichtigste Erkenntnis der Studie. Austretendes Methan durch wärmere Ozeane sei „unglaublich besorgniserregend“.

Wissenschaftler stehen vor einem Rätsel

In diesem Fall allerdings scheint die Erderwärmung nicht zum Austritt des im Meeresboden gespeicherten Methans geführt zu haben. Das Rossmeer habe sich noch nicht wesentlich erwärmt. „Das ist ein Rätsel, auf das wir noch keine Antwort haben“, heißt es in dem Bericht. Allerdings könne die Stelle nun weiteren Forschungsarbeiten dienen. Die Quelle des Methans seien vermutlich Algenablagerungen, die unter Sedimenten vergraben sind und Tausende von Jahren alt sind.

Ferner erklärte der Forschungsleiter: „Wir sind auf das Methansickern an einer Stelle gestoßen, an der seit den 1960er Jahren getaucht wurde und die sich gerade eingeschaltet hat.“ Es habe keine Methanblasen gegeben, das Treibhausgas sei also „nur im Wasser aufgelöst“. Durch die geringe Population der Mikroben sei jedoch wahrscheinlich, dass es in die Atmosphäre gelange.

Methan noch deutlich schlimmer als Kohlendioxid

Dort hat Methan eine deutlich stärkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid – mehr als 25 Mal so stark. Bereits kleine Mengen haben daher einen großen Treibhauseffekt. Oder wie es Andrew Thurber dem „Guardian“ sagte: „Der Methankreislauf ist absolut etwas, worüber wir uns als Gesellschaft Sorgen machen müssen.“ Zustande kommt Methan nicht nur in der Natur, sondern auch durch menschengemachte Müllhalden, Kläranlagen, Reisanbau oder den Abbau von Kohle.

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